Originaltext
der Federal Trade Commission auf
http://www.ftc.gov
Ein im Ruhestand befindlicher praktischer Arzt aus Seattle hatte mehrere Gründe zur Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft von Arizona über eine Website, auf der ein Heilverfahren gegen AIDS angepriesen wurde. Er wusste, dass das Produktversprechen ein Schwindel war: Wissenschaftler müssen auch heute noch ein wirksames Mittel gegen AIDS erforschen. Und er wusste auch, dass die Kosten in Höhe von 1.100 Dollar für eine sechswöchige Behandlung des Leidens einem Diebstahl gleichkommen. Aber der absolute "Hammer" war die Behauptung, dass das Produkt mit " 100-prozentiger Garantie" wirkt.
Der Herr, dessen Name ungenannt bleiben soll, sagte, diese Garantie könne Menschen, die das Produkt nutzen, Glauben machen, geheilt zu sein - was sie in Wirklichkeit aber nicht sind - und dann in der Folge andere Menschen dem Risiko einer HIV- Infektion auszusetzen.
Falsche Produktversprechungen wie diese beunruhigen auch die Federal Trade Commission FTC. "Diese betrügerischen Versprechungen setzen Verbraucher Gesundheitsrisiken aus," sagt Howard Beales, Direktor des FTC- Büros für Verbraucherschutz. "Und weil inzwischen Millionen von Amerikanern im Internet nach Gesundheitsinformationen suchen, ist dies doppelt gefährlich."
In den vergangenen Jahren haben die FTC und die Strafverfolgungsbehörden ihre Erfolge in der Bekämpfung der starken Zunahme falscher Versprechungen für Gesundheitsprodukte im Internet gesteigert: Sie benutzen die neuesten Technologien, um betrügerische Anbieter schnell und effizient aufzuspüren und bei entsprechender Notwendigkeit auch gerichtlich zu verfolgen. Aber Gesundheits- Betrügereien im Internet sind derzeit noch so alltäglich, dass die FTC zusätzlich die Verbraucher schult, wie und wo sie ihre Gesundheitsprodukte absolut sicher Online einkaufen können und ermutigen sie, mit ihren Ärzten und Lieferanten den sicheren Gebrauch von Ergänzungen und alternativen Heilmitteln zu besprechen. Sie ermutigen gleichzeitig die Öffentlichkeit, den staatlichen Betrugsdezernaten verdächtige Produktversprechungen zu melden.
So führte die Beschwerde unseres Herrn aus
Seattle beispielsweise dazu, dass der Generalstaatsanwalt von Arizona den lokalen
Anbieter wegen des betrügerischen Versprechens der AIDS- Heilung anklagte.
Die Produktversprechungen wurden von der Website entfernt.
Der Reiz des Internet
Das Internet bietet einem riesigen Markt Gesundheitsprodukte zu kostengünstigen Preisen an. Eine kürzlich erstellte Studie ergab, dass mehr als 90 Millionen Amerikaner das Internet nutzen, um gesundheitsrelevante Informationen zu finden.
Online- Händler, ehrliche wie betrügerische, vermarkten ihre Produkte über Websites, Spam und Chat- Rooms. Die Kosten sind niedrig. "Ein Händler kann eine Website für weniger Geld entwerfen und betreiben lassen, als er für vergleichbare Werbung in traditionellen Medien ausgeben muss", sagt FTC- Anwalt Richard Cleland.
Händler verwenden auf ihren Websites auch
irreführende Metatags, um bei Abfragen auf Internet- Suchmaschinen die
Trefferquote für die eigenen Seiten zu erhöhen. Unter anderem ging
die FTC gegen einen Internethändler vor, der ein Haifischknorpelprodukt
zur Kebsbehandlung anbot - ohne adäquate Nachweise. Die FTC warf ihm u.a.
vor, die Begriffe "nichttoxische Krebstherapie", "Krebsbehandlung"
und "Krebs überleben" in den Metatags der Website benutzt zu
haben, um die Chancen zu erhöhen, dass Onlinebenutzer sein Angebot ansehen.
Produktversprechen "Heilt Alles"
Ob sie nun Online oder Offline gemacht werden, zielen betrügerische Produktversprechungen typischerweise auf schwere Krankheiten wie AIDS, Krebs, Herzleiden, Multiple Sklerose, Diabetes und Arthritis, aber auch auf chronische Leiden wie Kopf- und Rückenschmerzen. Oft werden übertriebene Eigenschaften benutzt, um Produkte zu bewerben, wie DHEA (eine Hormon- Ergänzung), Katzenklaue (ein Kräuterprodukt) und kollodiales Silber, aber auch diagnostische Tests. In den von der FTC und den Strafverfolgungsbehörden untersuchten Fällen ging es um unbewiesene gesundheitssteigernde Produkteigenschaften von Haifischknorpel, Essaic- Kräutertee, kollodiales Silber und elektrische Therapiegeräte.
"Die zu Grunde liegende Technik der Gesundheitsbetrüger
ist, in wissenschaftlichem Sinne zu übertreiben," sagt Cleland. "Zugelassene
Händler wissen, dass sie angepriesene Produkteigenschaften mit entsprechenden
Beweisen nachweisen müssen."
Kampf gegen Betrug im Gesundheitswesen
Warum die Aufregung über Betrügereien an der menschlichen Gesundheit? Wie bei jeder anderen arglistigen Täuschung werden Verbraucher um ihr Geld gebracht und ehrlichen Vermarktern, die um einen fairen Wettbewerb bemüht sind, wird geschadet. Betrug an der Gesundheit zielt meist auf schwerkranke und verzweifelte Verbraucher, die im schlimmsten Fall sogar von erprobten und hilfreichen Behandlungsmethoden weggelockt werden. Es kann sogar Menschen, die solche "Heilt Alles" Produkte einnehmen, Glauben machen, dass sie beschwerdefrei sind. In der Folge könnten sie dann an medizinischer Heilung und den verordneten Medikamenten nicht mehr interessiert sein, Vorsichts- und Vorbeugemaßnahmen aufgeben und dann womöglich andere Menschen infizieren. Manche Produkte können bei gleichzeitiger Einnahme mit Medikamenten schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen oder die Wirkung der Medikamente reduzieren oder aufheben. Und solche Produkte können schädliche Substanzen beinhalten. In einem Fall, berichtet in der 2000er Ausgabe der "Annals of Internal Medicine", starb ein 52-jähriger Mann an Nieren- und Leberversagen, das die Ärzte auf die Einnahme von Hydrazinsulfat zurückführten, einem ungeprüften Produkt, das im Internet als Heilmittel gegen Krebs angeboten wird.
Um Internet- Betrügereien im Gesundheitswesen zu bekämpfen, startete die FTC 1999 die Operation "Cure All". Es handelt sich hierbei um eine permanente Bundes- und Einzelstaatliche Strafverfolgungs- und Verbrauchererziehungs- Kampagne. Die FTC hat seit dem Start 13 Strafverfolgungsaktionen gegen Internethändler wegen betrügerischer Produktversprechungen gestartet. In einem Fall wurde eine Regulierung in Höhe von 1 Million Dollar gegenüber einem Vermarkter von Haifischknorpel- Präparaten als Heilmittel gegen Krebs erzielt. Zwei weitere Regulierungen stoppten Unternehmen, die behaupteten, St. John's Wort sei ein sicheres und effektiver Behandlungsmittel gegen HIV/AIDS und erzwang Warnungen, dass ernsthafte medikamentöse Nebenwirkungen mit St. John's Wort einhergehen. Eine weitere Regulierung erzwang Kaufpreis- Rückerstattungen für elektronische Geräte und Kräutermittel, die als Heilmittel gegen Krebs, AIDS, Golfkriegs- Syndrom und viele andere Leiden verkauft wurden. Alle wurden gezwungen, ihre betrügerischen Produktversprechungen aus dem Internet zu entfernen. Darüber hinaus schätzt die FTC, dass 100 weitere Websites abgeschaltet oder betrügerische Inhalte entfernt wurden, nachdem die FTC die Betreiber kontaktierte.
"Diese Vermarkter hatten offensichtlich die Grundregel für Werbung vergessen," sagt Herr Cleland von der FTC. "Wenn Du etwas über Dein Produkt behauptest, dann stelle sicher, dass Du einen soliden Beweis für Deine Behauptung hast!"
Die Bemühungen der Food and Drug Administration FDA, die Online- Vermarktung ungeprüfter Arzneien zu beschneiden, hatten zum Ergebnis, dass 12 Produkte beschlagnahmt, 11 Produkte zurückgerufen wurden sowie 43 Verhaftungen und 22 Verurteilungen erfolgten.
Die Schulungsbemühungen, einer der Schlüssel in der Bekämpfung der Betrügereien, haben sowohl die Verbraucher als auch die Strafverfolgungsbehörden zum Ziel. Im letzten Jahr hat die FTC ein Programm verabschiedet, das nationale als auch ausländische Strafverfolger schult, wie man Betrügereien im Internet verfolgt.
Die Schulung der Verbraucher zielt darauf ab, ihnen beizubringen, wie man die Legalität von gesundheitsbezogenen Produktversprechungen erkennt. Dabei können zwei Websites Hilfestellung geben: Die Seite "Virtuelle Heilungsmethoden" der FTC auf www.ftc.gov/cureall und die Seite "Onlinekauf von Arzneien und medizinischen Produkten" der FDA auf www.fda.gov/buyonline/default.htm. Die Seiten geben Ratschläge, wie man Gesundheitsbetrug entdeckt und wohin man verdächtige Produktaussagen melden sollte.
"Die Öffentlichkeit ist im Kampf gegen
Gesundheitsbetrug sehr wichtig," sagt Herr Cleland von der FTC. "Wenn
uns die Verbraucher und die Geschäftswelt über Problemfälle berichten,
können wir aktiv werden und Untersuchungen starten. Durch die Beschwerden
der Verbraucher können wir betrügerische Internetwerbung im Gesundheitswesen
identifizieren und stoppen."
Verdächtige Produktversprechungen Die Anbieter von betrügerischen Gesundheitsprodukten verwenden oft ähnliche oder gleiche Versprechen und Praktiken, um Verbraucher zum Kauf ihrer Produkte zu verleiten. Seien Sie vorsichtig, wenn sie lesen oder hören:
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Ergänzende Information Trotz der Tatsache, dass die meisten Diätergänzungen flächendeckend beworben und vermarktet werden und viele davon als "natürlich" und "nicht giftig" beschrieben werden, sollten sie nicht leichtfertig eingenommen werden. Einige dieser Produkte können schaden und haben gefährliche Nebenwirkungen in Verbindung mit anderen Medikamenten. Verbraucher sollten sehr vorsichtig sein, wann und wie sie solche Ergänzungen verwenden. Sie sollten die Risiken und Vorteile grundsätzlich vor Verwendung mit Gesundheitsprofis diskutieren. So wurde beispielsweise bei einigen traditionellen chinesischen Kräuterprodukten DNA- Säuren entdeckt, denen schwerste Nierenschädigungen angelastet werden. Das Kraut Beinwell enthält giftige Alkaloide, die schwere Leberschäden hervorrufen und das Krebsrisiko erhöhen können. Die Verwendung von mehreren Arzneien / Ergänzungen können ebenfalls ein Risiko für die Verbraucher darstellen, die eine Kombination solcher Produkte ohne medizinische Überwachung vornehmen. Einige Onlinehändler haben St. John's Wort als Mittel gegen HIV/AIDS angeboten. Aber im Februar 2000 hat die FDA einen medizinischen Ratgeber veröffentlicht, in dem von der Verwendung von St. John's Wort neben anderen Medikamenten, auch von HIV-Infektionen bekämpfenden, dringend abgeraten wird, da diese dadurch ihre Effektivität verlieren. "St. John's Wort ist kein schlechtes Produkt," sagt Dr. Adriane Fugh-Berman, assistierender Professorin der Gesundheitswissenschaften an der George Washington University School of Medicine. "Es kann bei einigen spezifischen Leiden sicher eingesetzt werden, beispielsweise bei schwachen Depressionen. Aber bei Patienten, die täglich Medikamente einnehmen, muss die Verwendung dieses Krautes von Medizinern überwacht werden. Der beste Rat für Patienten, die verordnete Medikamente einnehmen: Wenn Sie über ein Kräuterprodukt nachdenken, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder anderen Gesundheitsprofis. Sie verfügen über die Ressourcen und über das medizinische Wissen, um Ihnen aktuelle und vor allem sichere Informationen zu liefern. |
Die FTC arbeitet zum Schutze der Verbraucher
vor arglistigen, betrügerischen und unfairen Geschäftsmethoden und
zur Informationsbeschaffung, damit Verbraucher solche Methoden erkennen, vermeiden
und bekämpfen können. Für weitere Informationen über Ihrer
Rechte und Pflichten als Verbraucher rufen Sie die Hotline der FTC kostenfrei
über 1-877-FTC-HELP (382-4357) oder besuchen Sie www.ftc.gov
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