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Author Topic: Wieder ein Fall, wo Homöopathie als Label herhalten muß?  (Read 3416 times)

Eule

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Wieder ein Fall, wo Homöopathie als Label herhalten muß?
« on: October 07, 2011, 08:06:04 PM »

http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/ueberlingen/Interview-bdquo-Jeder-Tumor-ist-ja-ein-Einzelfall-ldquo-;art372495,5150995

[*quote*]
Dafür habe ich zwölf Jahre Drosophila (Taufliegen, Anm. d. Red.) gekreuzt und war in vielen Labors, habe an menschlichen Leukämiezellen geforscht, um diesen Schalter zu finden. Als ich den Schalter dann hatte, habe ich versucht, molekular dranzukommen, mit gentechnischen Methoden. Und dann kam irgendwann der große Aha-Effekt: Es geht ja auch viel einfacher. Und dann habe ich gesehen, dass dieses homöopathische Arzneimittel den Schalter eigentlich umschalten müsste. Damals gab es die D4 von der Deutschen Homopathischen Union. Damit habe ich einfach mal angefangen. Die war ja legal verfügbar. Ich habe mich dann herangetastet an eine optimale Dosierung. Ein paar Tropfen der D4 haben bereits klinische Effekte.
[*/quote*]

Die geschickt eingebaute Bemerkung des Journalisten ("Sie sind selbstbewusst") lieferte eine demaskierende Antwort, wozu eine nicht ganz unpassende Google-Anzeige eins draufsetzte:




Wenn Homöopathie wirken WÜRDE, müßte mit steigender Verdünnung das Arzneimittel wirksamer werden. Isolde Riede argumentiert aber mit der Menge der Moleküle, was der Homöopathie widerspricht und rein biologistisch ist.

Ist das wieder ein Fall, wo Homöopathie als Label herhalten muß um sich drücken zu können vor dem Nachweis der Wirksamkeit, der zu erbringen wäre per klinischer Studie unter Einhaltung der ethischen Richtlinien?

Zitat:

[*quote*]
Frage:
Zur Therapie selbst: Sie setzen homöopathische Verdünnungen von Urtinktur aus grünem Knollenblätterpilz in Tiefpotenz, in D2 (1:100) bis D4 (1: 10.000) ein. Was ich nicht verstehe: Ihr Ansatz widerspricht doch dem Simile-Prinzip von Hahnemann: Eine Krankheit mit einem verdünnten Wirkstoff zu behandeln, der konzentriert diese Krankheit auslöst.

Antwort Isolde Riede:
Es ist so: Amanita phalloides ist eigentlich in der klassischen Homöopathie das Mittel gegen die Todesangst. Also ist es auch immer an Tumorpatienten eingesetzt worden. Ich habe jetzt in einem wissenschaftlichen Ansatz, der eigentlich mit Homöopathie gar nichts zu tun hatte und über Genetik, Molekularbiologie und Biochemie ging, festgestellt, wo in der Tumorzelle der zentrale Schalter ist für das Tumorwachstum. Dafür habe ich zwölf Jahre Drosophila (Taufliegen, Anm. d. Red.) gekreuzt und war in vielen Labors, habe an menschlichen Leukämiezellen geforscht, um diesen Schalter zu finden. Als ich den Schalter dann hatte, habe ich versucht, molekular dranzukommen, mit gentechnischen Methoden. Und dann kam irgendwann der große Aha-Effekt: Es geht ja auch viel einfacher. Und dann habe ich gesehen, dass dieses homöopathische Arzneimittel den Schalter eigentlich umschalten müsste. Damals gab es die D4 von der Deutschen Homopathischen Union. Damit habe ich einfach mal angefangen. Die war ja legal verfügbar. Ich habe mich dann herangetastet an eine optimale Dosierung. Ein paar Tropfen der D4 haben bereits klinische Effekte. Wenn man das genau berechnet ist das ein Molekül Amanitin – der Wirkstoff in Amanita phalloides – pro Zelle im Körper. Der biochemische Spieler, der getroffen werden muss, um den Tumor zu bremsen, ist aber viel öfters da, nämlich 15.000 Mal pro Zelle. Die klinische Wirkung ist biochemisch nicht erklärbar, da müssen also homöopathische Effekte anderer Art auch wirken. Insgesamt wurden über die Jahre die Konzentrationen so gewählt, dass für viele Tumorarten ein Optimum an – homöopathischer plus biochemischer – Wirkung zusammenkommt. Damit kann man dann Tumorzellen bremsen. Das hat zum Teil einen lebensrettenden Effekt.

Sie arbeiten jetzt auch mit den Tiefpotenzen D2 (1:100) und D3 (1:1000)?

Ich selber bin Heilpraktikerin. Ich kann D2 und D3 natürlich nicht einsetzen. Die sind unter Rezeptpflicht. Ich arbeite im Endeffekt mit Ärzten und Therapeuten zusammen, um mit ihnen in den Einzelfällen eine optimale Dosierung zu finden und ein optimales Therapiekonzept. Jeder Tumor ist ja ein Einzelfall, jeder Patient ist anders, jeder Tumor ist anders. Wir monitoren den Therapieverlauf zusammen, auch um zu erkennen, wann die Amanita-Therapie am Ende ist. Das ist wichtig. Es gibt ja noch weitere Therapien die man einsetzen kann.
[*/quote*]

Vor der Anwendung am Patienten muß die Wirksamkeit bewiesen sein. Isolde Riedel zeigt, daß die Wirksamkeit nicht bewiesen ist, und daß es keine Homöopathie ist, was sie da treibt.


Der Artikel im Südkurier ist gut gelungen. Ein Hoch auf den Südkurier!

http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/ueberlingen/Offene-Tuer-fuer-bdquo-fragwuerdige-Krebstherapie-ldquo-;art372495,5150985
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