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Author Topic: Betriebskrankenkasse Essanelle blamiert sich mit Walach bis auf die Knochen  (Read 3241 times)

Omegafant

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Krankenkassen sind Geldsäcke, die noch mehr Geldsäcke wollen. Dabei scheuen sie sich nicht, Murks und Schund zu bewerben, zu vermarkten oder ihren Versicherten anzudrehen.

Im September 2014 blamiert sich dabei die Betriebskrankenkasse Essanelle bis auf die Knochen: mit einem Text von Harald Walach.

Um nicht den Vorwurf entstehen zu lassen, ich würde aus dem Zusammenhang reißen, das Machwerk vorab komplett: ungekürzt im Wortlaut wie der Text bei poccy.de zu finden ist:

http://well.poccy.de/homoeopathie-wie-ich-sie-sehe/

[*quote*]
Homöopathie, wie ich sie sehe
26. September 2014

Sie wirkt – aber wir wissen nicht wie
 Harald Walach

Ich mag Homöopathie und zwar vor allem deswegen, weil nichts drin ist. Jedenfalls nichts, mit dem man sich oder andere vergiften oder dauerhaft schädigen kann.

Homöopathie ist zunächst einmal Nichtstun mit Wohlwollen. Und je älter ich werde, desto mehr scheint mir dieses intentionale Wohlwollen, bezogen auf eine bestimmte Person mit einer ganz bestimmten Symptomatik, die man in der Tiefe verstanden hat, das therapeutisch Mächtigste zu sein, das wir kennen. Außer einem wohlindizierten chirurgischen Eingriff oder einer akutmedizinischen Behandlung im Ernstfall.

Viele Pseudo-Erklärungen

Wie kann man mit „nichts“ im klinischen Alltag solche Effekte erzeugen? Denn dass große Effekte erzeugt werden können, das sieht man nicht nur in der Outcome-Forschung, die die Praxis systematisch dokumentiert, das erlebt man als Therapeut und als Patient. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass historisch gesehen die Homöopathie nicht nur überlebt hat, sondern auch eine Renaissance erfährt, trotz – oder vielleicht gerade wegen – hochwirksamer konventioneller Therapie. Man könnte nun ja sinnieren:
Homöopathie ist ein Verfahren, das mit Information arbeitet statt mit Materie, wie das in Homöopathenkreisen en vogue ist.
Oder sie ist eine neue Art der Technologie, die mit feinsten Kräften arbeitet, etc.
Man kann auch den Placebo-Effekt1 bemühen und sagen, Homöopathie rekrutiert einfach die Selbstheilungskräfte des Organismus. Vielleicht. Aber was erklärt das wirklich? Warum tut das die Homöopathie und nicht etwa eine Psychotherapie oder eine konventionelle Therapie der Tertiärversorgung, bei der den Patienten ebenso viel Aufmerksamkeit gewidmet wird und noch dazu die gesamte Maschinerie das therapeutische Ritual unterstützt? Warum die Kügelchen und nicht die aufwendigen Prozeduren der modernen Medizin, die ja viele Patienten schon hinter sich haben, bevor sie zum Homöopathen kommen?

Ich halte alle diese Erklärungen für Pseudo-Erklärungen, die nichts als eine kluge Kaschierung unseres Nichtwissens sind. Denn was in der Homöopathie wirklich passiert, wissen wir nicht. Wir sehen: Die aufmerksame und intensive Beschäftigung mit dem Symptomenmuster eines bestimmten Patienten führt mit mehr oder weniger hoher Sicherheit zu einem homöopathischen Arzneimittelbild. Eine Arznei, in der früher einmal eine Substanz vorhanden war, die derlei Symptome auslösen kann, wenn sie einem Gesunden gegeben wird, kann die Symptome beim Kranken zurücknehmen helfen.

„Bei 70 bis 80 Prozent der Patienten funktioniert Homöopathie“

Wenn man das in der Klinik beobachtet, funktioniert es relativ zuverlässig, etwa bei 70 bis 80 Prozent der Patienten, wie die Forschung zeigt. Wenn man es in einer Placebo-kontrollierten Untersuchung reproduzieren will, gelingt es oft in ersten Untersuchungen, misslingt aber dann, wenn man den Effekt richtig kausal festzurren will.

Vermutungen bis in die Spiritualität

Ich habe daraus die Konsequenz gezogen, dass wir nur eine Negativbeschreibung geben können: Der Effekt ist vorhanden, aber nicht kausal. Aber was ist er dann? Hier bieten sich mehrere Alternativen an, und auch die folgenden sind nur eine Auswahl:
Der Effekt hat Ähnlichkeit, phänomenologisch gesehen, mit Teleportationseffekten. Zuerst sind die Symptome da. Dann sind sie weg. Wo sie dazwischen sind und wie sie verschwinden, ist unklar. So habe ich das mal analysiert und finde die Analyse nach wie vor abenteuerlich, aber inhaltlich stringent.
Oder: Die Homöopathie wirkt wie ein Gebet. Hauptsache man macht irgendwas, egal was, mit der richtigen, weil wohlwollenden Intention, und dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich positive Entwicklungen zeigen. Aber irgendwas machen oder irgendwas wollen muss man schon. Von selbst passiert es anscheinend nicht – jedenfalls nicht oft – und offenbar muss auch ein anderer beteiligt sein, sonst könnte man sich ja homöopathische Ärzte sparen. Manche Geistheiler und andere Therapeuten haben daraus die Konsequenz gezogen, eben nur noch mittels Intention und Bewusstsein zu arbeiten.
Oder (und das in Verbindung mit den vorhergehenden Gedanken): Durch die Beschäftigung mit der Symptomatik und der homöopathischen Technik wird ein therapeutisches Ritual eingeführt, das so ähnlich ist wie das eines Schamanen. Eigentlich ist Homöopathie moderner Schamanismus2. Während der Schamane in seinem Bewusstsein in die Welt der Dämonen und Engel, der Helfer und der Störer eingreift, durchstöbert der Homöopath mental die Welt der Pflanzen und Tiere, der Minerale, Gifte und sonstigen Substanzen und bringt sie zur Passung. Und dann geschieht, naja, eben das kleine Heilungswunder, wenn wir Glück haben.
„Die Homöopathie ist das Therapieprinzip, das am wenigsten verstanden wird“


„Die Homöopathie stört den Organismus nicht“

Homöopathie ist eine wunderbare Methode, und zwar vor allem deshalb, weil sie den Organismus nicht mit massiven Eingriffen stört. Die Gefahr, dass man dabei etwas Ernsthaftes übersieht, bekommt man leicht in den Griff, wenn man Homöopathie als ärztliche Aufgabe ansieht oder sich bei ernsthaften und chronischen Leiden auch immer parallel von einem Arzt behandeln lässt. Aber angesichts der Tatsache, dass Nebenwirkungen von Medikamenten die dritthäufigste Todesursache sind, halte ich dieses Risiko für verkraftbar.

Wenn man ein sehr pessimistisches Bild hat, dann kann man sagen: Homöopathen sind die einzigen Therapeuten, die das Gebot, nicht zu schaden, grundlegend ernst nehmen. Denn: Sie haben nichts, womit sie schaden können, und das ist schon sehr viel. Wenn man ein etwas optimistischeres Bild will, dann kann man dazunehmen: Homöopathen sind diejenigen Therapeuten, die die Placebo- und Selbstheilungskräfte gelernt haben optimal zu nutzen, und darin sind sie den meisten anderen überlegen.

Und das wäre, aus meiner Sicht, das größte Kompliment, das mir jemand machen könnte, wenn ich Arzt wäre.  w

Prof. Harald Walach ist klinischer Psychologe, Philosoph und Wissenschaftshistoriker. Er leitet das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften.


Harald Walach, Spiritualität, Drachenverlag 2011
 Harald Walach, Weg mit den Pillen, Irisiana-Verlag, 2011


1) Siehe Prof. Manfred Schedlowski: „Das Placebo sind Sie selbst“, well Nr. 1/2014
2) Siehe Dr. Karin Barve „Die Heiltricks der Schamanen“, in dieser Ausgabe Seite 20/21
 Homöopathie in Kürze
Grundgedanke ist, dass Symptome nicht Ausdruck der Krankheit sind, sondern Selbstheilungsversuche des Körpers. Ein homöopathisches Medikament unterdrückt diese nicht, sondern verstärkt die Symptome leicht, um Regeneration zu fördern und das Abwehrsystem zu kräftigen.
Nach der Ähnlichkeitsregel wird Ähnliches durch Ähnliches geheilt. Dieses Prinzip bedeutet, dass Beschwerden einer Krankheit durch Mittel heilbar sind, die bei einem gesunden Menschen ähnliche Symptome verursachen.
Bei der Herstellung homöopathisch wirkender Arzneimittel finden sowohl pflanzliche Wirkstoffe als auch tierische und mineralische Substanzen Verwendung.
Der Homöopath verdünnt die Extrakte in mehreren Schritten so stark, dass es kaum bis gar nicht möglich ist, die Ursubstanz nachzuweisen.
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[*/quote*]
« Last Edit: November 09, 2014, 07:50:37 PM by Omegafant »
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Steine kann man nicht essen!

Omegafant

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[*quote*]
Homöopathie, wie ich sie sehe
26. September 2014
[*/quote*]

Wie ich sie sehe? Was ist das? Eine Meinungsäußerung. Ah ja. Der alte Trick: als Meinung darf man nämlich alles möglich erzählen, das Blaue vom Himmel runter lügen, daß sich die Balken biegen. Ist ja alles bloß Meinung. Seine Meinung, will sagen: es gibt keine Rückschlüsse auf andere Personen oder Institutionen, denn es is seine höchstpersönliche Meinung.

Ist Walach als Homöopath angestellt? Ich sehe das nicht. Aber das ist auch bloß meine persönliche Meinung.


[*quote*]
Sie wirkt – aber wir wissen nicht wie
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Wieso "wir"? Es ist Harald Walachs ganz persönliche Meinung. Falsch ist sie natürlich auch. Homöopathie wirkt nämlich nicht. Das ist eine Tatsache und, nein, das ist keine Meinung!

"Sie wirkt – aber wir wissen nicht wie" ist natürlich ein Trick. Es ist immer und immer wieder gleiche gleiche Trick: Erst behaupten, daß Homöopathie wirkt, und dann behaupten, man wüßte nicht wie.

Der Trick dient der Ablenkung: weg von der Frage, woher man denn weiß, daß Homöopathie wirkt. Blöd, daß Homöopathie nicht wirkt, und daß es vor allem KEINE BEWEISE für die Wirkung gibt. Es gibt keine Beweise für die Wirkung. Dabei braucht man sich keine Gedanken zu machen, wie sie wirkt. Erst einmal muß man Beweise haben, daß sie wirkt. Aber nicht einmal die gibt es.

Harald Walach fängt mit den alten Roßtäuschertricks an: alles als Meinung darstellen, aber so schreiben, als seien es Tatsachen. Und dann behaupten, daß Homöopathie wirkt, und ablenken auf "wir wissen nicht, wie sie wirkt".  Dieser Trick ist so alt wie eine Bartwickelmaschine.


[*quote*]
Harald Walach

Ich mag Homöopathie und zwar vor allem deswegen, weil nichts drin ist. Jedenfalls nichts, mit dem man sich oder andere vergiften oder dauerhaft schädigen kann.
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Homöopathie benutzt vor allem Gifte. So richtig wilde Sachen, von Uran und Plutonium bis Schlangengift und Eiter oder infektiöses Zeugs wie Viren, Bakterien oder anderes ekelhafte Gelump, das man nicht mal im Albtraum erleben möchte. Ist aber alles voll natürlich. Quecksilber ist auch voll natürlich. Arsen auch.

Arsen ist giftig. Man kann sich mit Arsen so richtig voll natürlich vergiften. Das sagt Prof. Frass, ein so richtig vollnatürlich blonder Homöopath. Dem wurde ein Thread gewidmet: "Erstes Ergebnis der "Aktion 10:23": Oberhomöopath fällt auf die Schnauze" (http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=6903.0).

Prof. Frass sagt, es gibt Todesfälle durch Homöopathie, und nennt als Beispiel einen Todesfall durch Arsen. Harald Walach sagt in Homöopathie ist nichts drin. Wenn mich jetzt jemand fragen würde, wer von beiden vollblonder ist, also das wüßte ich schon.


[*quote*]
Homöopathie ist zunächst einmal Nichtstun mit Wohlwollen.
[*/quote*]

Ei, wie bitte!? Nichtstun? Nichtstun??? Das schreibt Walach in der Zeitschrift einer Krankenkasse??? Das würde ich mir als Versicherter von denen aber sehr verbitten! Aufs Dach würde ich denen steigen, daß sie es bis zum letzten ihrer Tage nicht vergessen. Für das Nichtstun brauche ich keine Krankenkasse!

Ich sag's ja: Die Betriebskrankenkasse Essanelle blamiert sich bis auf die Knochen.

"Homöopathie ist zunächst einmal Nichtstun mit Wohlwollen." Was hat das mit Medizin zu tun? Nichts, absolut null und gar nichts. Medizin heißt Diagnose, Diagnose und nochmal Diagnose! Man muß doch wissen, was ein Mensch hat, damit man ihm die passende Behandlung geben kann.

Was schreibt Walach? "Nichtstun und Wohlwollen." Das Nichtstun ist schon mal für die Katz. Und das Wohlwollen, ja bitte, was soll das? Sind Ärzte Bösewichte? Will Walach unterstellen, daß Medizin böse ist? Aber Homöopathie gut ist?

Die Absicht, der Wille, ist doch sowas von wurscht! Was getan wird, das entscheidet. Der Wille? Dujemine...

Es ist ein Trick. Ein so dummer, plumper Trick. Wenn man nichts tut, dann kann man ja auch nichts falsch machen. Oder? Und man ist ja sooooooo nett. So freundlich, so voll guten Willens. Man gibt sich soooo viel Mühe.

Das ist Waschpulverreklame. Stimmungsmache. Emotionen aufbauen. Harte Tatsachen dagegen null, nix, nada.

Wenn man nichts tut, kann man sehr wohl etwas falsch machen! Das Nichtstun kann ein schwerer Fehler sein, der zum Tod des Kranken führt. Das ist keine Meinung. Das ist eine Tatsache!


[*quote*]
Und je älter ich werde, desto mehr scheint mir dieses intentionale Wohlwollen, bezogen auf eine bestimmte Person mit einer ganz bestimmten Symptomatik, die man in der Tiefe verstanden hat, das therapeutisch Mächtigste zu sein, das wir kennen. Außer einem wohlindizierten chirurgischen Eingriff oder einer akutmedizinischen Behandlung im Ernstfall.
[*/quote*]

Schwarfel, Schwarfel, Schwarfel. Oder sollte ich sagen Schwefel, Schwefel, Schwefel? Übersetzt sagt Harald Walach: "Nichtstun ist gut, außer wenn man etwas tun muß." Was für eine Erkenntnis.

Aber Walach wäre nicht Walach, wenn er nicht einen Pferdefuß reinbrächte: den Ernstfall. Er schreibt: "Außer [...] einer akutmedizinischen Behandlung im Ernstfall."

Was ist ein Ernstfall? Etwas was Einen ganz schnell ins Grab bringt. So eine Erkältung natürlich nicht. Fieber nicht. Dies nicht und das auch nicht. Alles kein Ernstfall.

Alles kein Ernstfall. Fein. So bleibt dem allmächtigen Heiler, der "bezogen auf eine bestimmte Person mit einer ganz bestimmten Symptomatik, die man in der Tiefe verstanden hat" alles voll im Griff hat, alles weiß und der sanfte und gütige Allwissende (man möchte fast sagen GOTT) ist, viel Spielraum, alles zu tun, was ihm beliebt. Das heißt: Nichts. Walach sagt es doch: Nichtstun!

Es ist ein Trick. Schon wieder ein dummer und plumper Trick: mit unverständlichen Sätzen Emotionen aufbauen und Fallen stellen. Böse, böse Fallen. Die können tödlich sein. Das Beispiel mit dem Arsen wollen wir nicht vergessen!


[*quote*]
Viele Pseudo-Erklärungen

Wie kann man mit „nichts“ im klinischen Alltag solche Effekte erzeugen? Denn dass große Effekte erzeugt werden können, das sieht man nicht nur in der Outcome-Forschung, die die Praxis systematisch dokumentiert, das erlebt man als Therapeut und als Patient.
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Oy, es darf gelacht werden: "dass große Effekte erzeugt werden können, das sieht man nicht nur in der Outcome-Forschung," Große Effekte? Wo sind die denn? Wären sie nachweisbar, dann wären sie nachgewiesen. Dann wären sie Punkt für Punkt fein säuberlich in den Studien aufgelistet. Dann hätte man in irreviel  Prozenten der Fälle eine Heilung erreicht. Gute Studien zeigen aber, daß dem nicht so ist. "Gleiches Ergebnis wie Plazebo" heißt es. Immer und immer wieder.

Walach wäre aber nicht Walach, wenn er nicht schon wieder mit der Sprache täuschen würde. Da schreibt er in einer Zeitschrift für das gewöhnliche Volk, für Herrn und Frau Meier "Outcome-Forschung". Weiß denn der Herr Meier, was das ist? Und Frau Meier? Die auch nicht. Ist aber immer gut, mit solchen Begriffen Eindruck zu schinden.

Walach verläßt den Pfad der Meinungsäußerung mit dieser Tatsachenbehauptung: "das sieht man nicht nur in der Outcome-Forschung, die die Praxis systematisch dokumentiert, das erlebt man als Therapeut und als Patient." Der gewöhnliche Leser, Herr Meier, Frau Meier, ja, auch die Schulzes, die denken, wenn die das lesen, es würde alles fein säuberlich aufnotiert (steht doch da: "systematisch dokumentiert"), und da gäbe es die Homöopathie, die würde das "therapeutisch Mächtigste zu sein, das wir kennen." Die Forschung würde das zeigen.

Walach erzeugt einen falschen Eindruck. Er täuscht. Er führt die Leser mit dummen und dümmsten rhetorischen Tricks auf völlig falsche Eindrücke. In diesem Kontextblock

[*quote*]
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Und je älter ich werde, desto mehr scheint mir dieses intentionale Wohlwollen, bezogen auf eine bestimmte Person mit einer ganz bestimmten Symptomatik, die man in der Tiefe verstanden hat, das therapeutisch Mächtigste zu sein, das wir kennen. Außer einem wohlindizierten chirurgischen Eingriff oder einer akutmedizinischen Behandlung im Ernstfall.

Viele Pseudo-Erklärungen

Wie kann man mit „nichts“ im klinischen Alltag solche Effekte erzeugen? Denn dass große Effekte erzeugt werden können, das sieht man nicht nur in der Outcome-Forschung, die die Praxis systematisch dokumentiert, das erlebt man als Therapeut und als Patient.
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wird der Eindruck erweckt als wären diese Effekte häufig. Die Frage ist aber: wie häufig? Und wie zielgerichtet? Und wurden sie tatsächlich durch die Homöopathie hervorgerufen? Beziehungsweise durch das Nichtstun und das Wohlwollen?

Ein Trick. Es ist wieder ein uralter und plumper Trick. Harald Walach sagt nichts über die Häufigkeit aus. Zwischen "eins zu einer Million" und "jeder Zweite" besteht aber ein großer Unterschied!

Homöopathie funktioniert nicht. Da wirkt gar nichts. Also läßt sich auch nie nachweisen, daß irgendwelche "starken Effekte" durch Homöopathie verursacht wurden. Wenn etas nicht wirkt, dann wirkt es nicht. Also gibt es keine Effekte.

Was hat Harald Walach bisher gesagt: Nichts Sinnvolles. Er trickst.


[*quote*]
Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass historisch gesehen die Homöopathie nicht nur überlebt hat, sondern auch eine Renaissance erfährt, trotz – oder vielleicht gerade wegen – hochwirksamer konventioneller Therapie.
[*/quote*]

Wie? Was? Also, das ist dermaßen verdreht, das muß man fast wortweise auseinander nehmen.

Im vorigen Absatz bringt Walach nichts Greifbares, behauptet aber die Forschung würde starke Effekte sehen. Sagt er. Wahr ist es aber nicht.

In diesem Absatz sagt Walach, "das" (die starken Effekte) wären der Grund für eine Wiederbelebung der Homöopathie und - Achtung! -  "gerade wegen – hochwirksamer konventioneller Therapie". Upps! Wie das!?

Augen auf. Dahin gucken: "wegen". "Wegen" steht da.  "Wegen – hochwirksamer konventioneller Therapie."

Weil es hochwirksame konventionelle Therapie gibt, erlebt die Homöopathie eine Wiederauferstehung?

Noch einmal zum Mitdenken: Weil es eine hochwirksame konventionelle Therapie gibt. Weil!

Warum soll die hohe Wirksamkeit der konventionellen Therapie sich auf Homöopathie POSITIV auswirken? Wenn die konventionelle Therapie wirkt, dann braucht man keine Homöopathie.

Was Harald Walach behauptet, ist sowas von Blödsinn, man kommt aus dem Staunen nicht raus. Dabei ist dieser Mann auch noch Professor.

Wieder ein Beispiel, daß es mit unseren Universitäten nicht zum Besten steht...

Harald Walach ist Professor an der Viadrina, jener Universität, der eine Kommission sagte, sie müßte sich von Walachs Lehrstuhl trennen, es komme eine Zusammenarbeit mit seinem Lehrstuhl nicht einmal in Frage, wenn der außerhalb der Universität sei. So eine Universität ist das.

Und so ein Lehrstuhl ist das. Einer, der mit "universitären SCENAR-Therapeuten" zusammenhängt:
 
"Noch ein Betrug mit der Viadrina: "universitäre SCENAR-Therapeuten""
http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=7552.0

Walach hängt da mit drin.

Die Situation an den Universitäten ist so dick, daß es im TG-1 ein eigenes Board dafür gibt:

"Die Esomafia in Universitäten und Hochschulen"
http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?board=378.0



Nun könnte man sagen, daß der Professor Harald Walach ahnungslos ist. Daß er nicht weiß, was er sagt. Darf man das? Natürlich darf man das. Dabei täte man ihm und täte man der Sache aber Unrecht. Es gibt nämlich Dinge, die zeigen, daß Harald Walach recht hat. Dann wäre er auch nicht ahnungslos. Absolut nicht. Nein, ganz im Gegenteil.

Allerdings... Aber sehen wir uns das im Detail an.

Ich wiederhole den Absatz:

[*quote*]
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Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass historisch gesehen die Homöopathie nicht nur überlebt hat, sondern auch eine Renaissance erfährt, trotz – oder vielleicht gerade wegen – hochwirksamer konventioneller Therapie.
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[*/quote*]

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie eine hochwirksame konventionelle Therapie retten kann und DABEI diese Wirkung für die Homöopathie benutzt werden kann. Zwei Möglichkeiten, eine schlimmer als die andere.

Möglichkeit 1:

Es gibt eine sehr gut wirkende konventionelle Therapie und diese wird tatsächlich angewendet. Die Therapie wird angewendet, sie wirkt und der Kranke wird gesund.

Stop, halt, wo ist hier die Homöopathie geblieben? Sehr einfach: die wurde zusätzlich gegeben. "Komplementär", wie das auf Lügnerisch heißt.

Homöopathie wirkt nicht. Die konventionelle Therapie hat aber schon gewirkt und dem Kranken geht es besser. Na fein, dann behauptet man schnell, die Wirkung sei durch die Homöopathie gekommen. Eine völlig leere und verlogene Behauptung - und schon ist Homöopathie wirksam und einsame Spitze.

Das ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern Alltag! Immer und immer wird in Studien und in der realen Behandlung durch Ärzte und Heilpraktiker dieser Roßtäuschertrick benutzt. Immer und immer wieder.

Hier haben wir ein Beispiel, eine Studie an Kühen:

"Homöopathen sind strohdumm - oder Betrüger - oder beides"
http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=1930.0

Zitat aus dem Thread:

[*quote*]
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[*QUOTE*]
--------------------------------------------------------------------------
Ein Nachweis der Wirksamkeit der eingesetzten Homöopathika war allein aus
den Behandlungserfolgen nicht zu erbringen.

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[/*QUOTE*]

Da geben die Homöopathen sogar wörtlich zu, daß der Homöopathiemurks nicht wirkt.


Aber es kommt noch schlimmer, denn das Epos des Versagens der Homöopathen fährt fort:

[*QUOTE*]
--------------------------------------------------------------------------
Nur bei den vollständig geheilten Vierteln war eine höhere Wirksamkeit
gegeben.

--------------------------------------------------------------------------
[/*QUOTE*]

Übersetzt: Wo eine Wirkung war, da war eine Wirkung. Ei verflixt, wer hätte DAS gedacht!? :-)

-------------------------------------
[*/quote*]


Ein Beispiel aus dem Lehrbuch des Pfuschs, eines von vielen. Den Kühen wurde erst mal mit einem wirksamen Antibiotikum die Krankheit beseitigt (nicht bei allen erfolgreich, aber immerhin) und danach wurde mit Homöopathika herumgepfuscht.

Je besser das Antibiotikum wirkt, desto weniger krank sind die Tiere. Und dann die Aussage über die Homöopathie dazu: "Nur bei den vollständig geheilten Vierteln war eine höhere Wirksamkeit
gegeben."


Jetzt noch einmal der Satz von Harald Walach:

[*quote*]
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Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass historisch gesehen die Homöopathie nicht nur überlebt hat, sondern auch eine Renaissance erfährt, trotz – oder vielleicht gerade wegen – hochwirksamer konventioneller Therapie.
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[*/quote*]

Nein, was für eine Ähnlichkeit!


Wir sind noch bei den zwei Möglichkeiten, wie eine hochwirksame konventionelle Therapie retten kann und DABEI diese Wirkung für die Homöopathie benutzt werden kann. Zwei Möglichkeiten, eine schlimmer als die andere.

Möglichkeit 2:

Homöopathie wirkt nicht. Wird bei einem Kranken Homöopathie angewendet - und nichts anderes als nur Homöopathie - tut man nichts gegen die Krankheit. Bei einer Infektion freuen sich die Bakterien ihres Lebens und fressen den Kranken auf. Bis zum Exitus. Homöopathie ist Zeitverschwendung.

Einem Kranken Homöopathie zu geben, heißt, sich auf ein übles Spiel einzulassen: entweder dem Kranken geht es von selbst besser oder die Krankheit zerstört ihn früher oder später.

Geht es dem Kranken irgendwann von selbst besser, wird diese Besserung als Erfolg der Homöopathie beschlagnahmt. Geht es ihm allerdings schlechter, was dann? Im Fall der Kühe (http://transgallaxys.com/~kanzlerzwo/index.php?topic=1930.0) wurde gepfuscht und vertuscht: Man gab ihnen wegen der medizinischen Bruchlandung mit Homöopathie...? Na, was wohl!? Richtig, ein wirksames Antibiotikum! Genau das ist es! Genau das! Weil man mit Homöopathie auf die Schnauze gefallen ist, rettet man den Kranken mit wirksamen "konventionellen" Medikamenten.

Je wirksamer die konventionellen Medikamente sind, desto länger kann man mit Homöopathie pfuschen. Die konventionellen Medikamente werden nach der Bruchlandung der Homöopathie doch noch retten.

Wenn die konventionellen Medikamente diese Rettung allerdings nicht mehr vollbringen, ja, verdammt, dann ist das ein Beispiel dafür, daß die konventionellen Medikamente doch nichts taugen. Sagen die Homöopathen.

Nein, das ist keine Unterstellung, sondern das ist eine immer wieder gemachte Beobachtung: Homöopathen pfuschen so lange mit Homöopathie an Kranken herum, bis es fast zu spät oder ganz zu spät ist. Dann schimpfen sie und hetzen sie gegen die böse "Schulmedizin", die mal wieder bewiesen habe, daß sie nichts taugt. Weil der Kranke in einem Krankenhaus sein Leben beendet hat, wird das natürlich auch dem Krankenhaus angekreidet: "wieder ein Toter mehr durch die Schulmedizin!"

Dieses Handlungsschema ist durchgehend zu beobachten. Je wirksamer konventionelle Medikamente und Behandlungsmethoden sind, desto intensiver können die Homöopathen Gesundheit und Leben ihrer Kunden riskieren.

Wie sagte Harald Walach?

[*quote*]
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Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass historisch gesehen die Homöopathie nicht nur überlebt hat, sondern auch eine Renaissance erfährt, trotz – oder vielleicht gerade wegen – hochwirksamer konventioneller Therapie.
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[*/quote*]


Beide Möglichkeiten werden Tag für Tag durchexerziert. Beide sind uralt und beide wurden immer und immer wieder beschrieben. Beide sind sehr bekannt, natürlich auch den Homöopathen, denn für diese zwei Betrugsmethoden werden die Homöopathen immer und immer wieder kritisiert.

Zu unterstellen, daß Harald Walach nichts von diesen zwei Möglichkeiten weiß, wäre erstens falsch und würde seinen Wissensstand gefährlich unterschätzen.

Wenn also Harald Walach schreibt

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Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass historisch gesehen die Homöopathie nicht nur überlebt hat, sondern auch eine Renaissance erfährt, trotz – oder vielleicht gerade wegen – hochwirksamer konventioneller Therapie.
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[*/quote*]

dann gibt er damit um so mehr zu, daß Homöopathie Betrug an Kranken ist. Er geht sogar so weit, gängige Ausreden und Verschleierungsmethoden der Homöopathen als Mumpitz zu entlarven. Das tut er im gleich anschließenden Absatz  im Text für die Betriebskrankenkasse Essanelle:

[*quote*]
Man könnte nun ja sinnieren:

* Homöopathie ist ein Verfahren, das mit Information arbeitet statt mit Materie, wie das in Homöopathenkreisen en vogue ist.

* Oder sie ist eine neue Art der Technologie, die mit feinsten Kräften arbeitet, etc.

* Man kann auch den Placebo-Effekt1 bemühen und sagen, Homöopathie rekrutiert einfach die Selbstheilungskräfte des Organismus. Vielleicht. Aber was erklärt das wirklich? Warum tut das die Homöopathie und nicht etwa eine Psychotherapie oder eine konventionelle Therapie der Tertiärversorgung, bei der den Patienten ebenso viel Aufmerksamkeit gewidmet wird und noch dazu die gesamte Maschinerie das therapeutische Ritual unterstützt? Warum die Kügelchen und nicht die aufwendigen Prozeduren der modernen Medizin, die ja viele Patienten schon hinter sich haben, bevor sie zum Homöopathen kommen?

Ich halte alle diese Erklärungen für Pseudo-Erklärungen, die nichts als eine kluge Kaschierung unseres Nichtwissens sind. Denn was in der Homöopathie wirklich passiert, wissen wir nicht. Wir sehen: Die aufmerksame und intensive Beschäftigung mit dem Symptomenmuster eines bestimmten Patienten führt mit mehr oder weniger hoher Sicherheit zu einem homöopathischen Arzneimittelbild. Eine Arznei, in der früher einmal eine Substanz vorhanden war, die derlei Symptome auslösen kann, wenn sie einem Gesunden gegeben wird, kann die Symptome beim Kranken zurücknehmen helfen.
[*/quote*]

Walach wischt alles beiseite, von "Information" bis "feinste Kräfte". Selbst den Placebo-Effekt räumt er aus dem Weg.

Das ist gründlich. Und natürlich ist es falsch. "Information" und "feinste Kräfte" sind für ihn Bauernopfer, um damit im dritten Zug die den Homöopathen so verhaßte Placebo-Wirkung rauszuwerfen. Einfach alles raus. Weg damit. Und dann wieder schwafeln...

So einfach ist Rhetorik.


[*quote*]
„Bei 70 bis 80 Prozent der Patienten funktioniert Homöopathie“

Wenn man das in der Klinik beobachtet, funktioniert es relativ zuverlässig, etwa bei 70 bis 80 Prozent der Patienten, wie die Forschung zeigt. Wenn man es in einer Placebo-kontrollierten Untersuchung reproduzieren will, gelingt es oft in ersten Untersuchungen, misslingt aber dann, wenn man den Effekt richtig kausal festzurren will.
[*/quote*]

Wenn man was beobachtet? Wovon redet Walach? Solange er das nicht sagt, ist seine Rede wirr.


[*quote*]
Vermutungen bis in die Spiritualität

Ich habe daraus die Konsequenz gezogen, dass wir nur eine Negativbeschreibung geben können: Der Effekt ist vorhanden, aber nicht kausal. Aber was ist er dann?
[*/quote*]

Wie bitte!? "Homöopathie wirkt. Aber die Wirkung ist nicht da als Antwort auf die Homöopathika." ?????

Wenn es eine Wirkung gibt ohne Homöopathika, wozu dann noch Homöopathika geben!?


[*quote*]
Hier bieten sich mehrere Alternativen an, und auch die folgenden sind nur eine Auswahl:

* Der Effekt hat Ähnlichkeit, phänomenologisch gesehen, mit Teleportationseffekten. Zuerst sind die Symptome da. Dann sind sie weg. Wo sie dazwischen sind und wie sie verschwinden, ist unklar. So habe ich das mal analysiert und finde die Analyse nach wie vor abenteuerlich, aber inhaltlich stringent.

* Oder: Die Homöopathie wirkt wie ein Gebet. Hauptsache man macht irgendwas, egal was, mit der richtigen, weil wohlwollenden Intention, und dann erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich positive Entwicklungen zeigen. Aber irgendwas machen oder irgendwas wollen muss man schon. Von selbst passiert es anscheinend nicht – jedenfalls nicht oft – und offenbar muss auch ein anderer beteiligt sein, sonst könnte man sich ja homöopathische Ärzte sparen. Manche Geistheiler und andere Therapeuten haben daraus die Konsequenz gezogen, eben nur noch mittels Intention und Bewusstsein zu arbeiten.

* Oder (und das in Verbindung mit den vorhergehenden Gedanken): Durch die Beschäftigung mit der Symptomatik und der homöopathischen Technik wird ein therapeutisches Ritual eingeführt, das so ähnlich ist wie das eines Schamanen. Eigentlich ist Homöopathie moderner Schamanismus2. Während der Schamane in seinem Bewusstsein in die Welt der Dämonen und Engel, der Helfer und der Störer eingreift, durchstöbert der Homöopath mental die Welt der Pflanzen und Tiere, der Minerale, Gifte und sonstigen Substanzen und bringt sie zur Passung. Und dann geschieht, naja, eben das kleine Heilungswunder, wenn wir Glück haben.
[*/quote*]


Um es mit Harald Walach zu sagen:

[*quote*]
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Ich halte alle diese Erklärungen für Pseudo-Erklärungen, die nichts als eine kluge Kaschierung unseres Nichtwissens sind.
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[*/quote*]

Klug ist diese Kaschierung seiner Unfähigkeit allerdings nicht. Er macht viele Worte, voll der Wirrnis und des groben Unfugs (von wegen Wirkung ohne Ursache), aber er führt sich selbst und seine Auftraggeber ad absurdum.



[*quote*]
„Die Homöopathie ist das Therapieprinzip, das am wenigsten verstanden wird“

„Die Homöopathie stört den Organismus nicht“
[*/quote*]

Es wird immer wirrer; Schlagworte und sinnleere Tatsachenbehauptungen.

Und schrecklich blöde Worthülsen.

[*quote*]
Homöopathie ist eine wunderbare Methode, und zwar vor allem deshalb, weil sie den Organismus nicht mit massiven Eingriffen stört. Die Gefahr, dass man dabei etwas Ernsthaftes übersieht, bekommt man leicht in den Griff, wenn man Homöopathie als ärztliche Aufgabe ansieht oder sich bei ernsthaften und chronischen Leiden auch immer parallel von einem Arzt behandeln lässt. Aber angesichts der Tatsache, dass Nebenwirkungen von Medikamenten die dritthäufigste Todesursache sind, halte ich dieses Risiko für verkraftbar.
[*/quote*]

Der obige Abschnitt könnte leicht als Worthülsen verstanden werden. Der erste Satz

[*quote*]
Homöopathie ist eine wunderbare Methode, und zwar vor allem deshalb, weil sie den Organismus nicht mit massiven Eingriffen stört.
[*/quote*]

verleitet dazu. Darauf hereinzufallen, kann tödlich sein. Die Gefahr lauert in den beiden folgenden Sätzen.

[*quote*]
 Die Gefahr, dass man dabei etwas Ernsthaftes übersieht, bekommt man leicht in den Griff, wenn man Homöopathie als ärztliche Aufgabe ansieht oder sich bei ernsthaften und chronischen Leiden auch immer parallel von einem Arzt behandeln lässt.

Aber angesichts der Tatsache, dass Nebenwirkungen von Medikamenten die dritthäufigste Todesursache sind, halte ich dieses Risiko für verkraftbar.
[*/quote*]

Das heißt:

1. Satz:
Wenn es nichts Ernstes ist, ruhig Homöopathie nehmen. Klar, es ist ein Risiko dabei, aber die böse Schulmedizin wird Einen schon retten, wenn es Spitze auf Knopf kommt.

2. Satz:
Ja, natürlich ist das gefährlich, aber die Schulmedizin ist böse, (Nebenwirkungen von Medikamenten sind dritthäufigste Todesursache).

Der 1. Satz ist nichts anderes als die oben schon einmal gemachte Aussage, daß Homöopathie davon profitiert, daß die konventionelle Medizin (Medikamente und Behandlungsmethoden) so hochwirksam ist.

Der 2. Satz schürt Angst vor konventionellen Medikamenten (natürlich mit einer unwahren, weil verdrehten Tatsachenbehauptung), um die Leser in die Homöopathie hineinzudrängen.

Es ist unwahr, daß Medikamentennebenwirkungen die dritthäufigste Todesursache sind.

Das Statistische Bundesamt gibt an:

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/SterbefaelleInsgesamt.html;jsessionid=219B110B2AB7BC7FDA50579D70E16B1E.cae4

[*quote*]
Todesursachen
Sterbefälle insgesamt 2012 nach den 10 häufigsten Todesursachen der ICD-10ICD-10

Pos.-Nr.   Todesursache   Gestorbene1
Anzahl   Anteil in %
I25   Chronische ischämische Herzkrankheit   71 655   8,2
I21   Akuter Myokardinfarkt   52 516   6,0
I50   Herzinsuffizienz   46 410   5,3
C34   Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge   44 433   5,1
J44   Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit   26 654   3,1
I11   Hypertensive Herzkrankheit   22 562   2,6
F03   Nicht näher bezeichnete Demenz   20 400   2,3
I64   Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet   20 387   2,3
C50   Bösartige Neubildung der Brustdrüse (Mamma)   17 898   2,1
J18   Pneumonie, Erreger nicht näher bezeichnet   17 761   2,0
[*/quote*]

Das ist nach ICD-10. Eine andere Übersicht faßt so zusammen:

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/240/umfrage/verteilung-der-sterbefaelle-nach-todesursachen/

[*quote*]
Verteilung der häufigsten Todesursachen in Deutschland im Jahr 2012
Anteil der Sterbefälle in Deutschland

Krankheiten des Kreislaufsystems    40,16%
Neubildungen    26,25%
Krankheiten des Atmungssystems    6,95%
Krankheiten des Verdauungssystems    4,61%
Äußere, andere Ursachen    3,79%
Psychische und Verhaltensstörungen    3,55%
Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten    3,52%
Krankheiten des Nervensystems    2,79%
Nicht klassifizierte Symptome    2,76%
Krankheiten des Urogenitalsystems    2,36%

Es werden die Daten 1 bis 10 angezeigt von insgesamt 10
VorherigeNächste
[*/quote*]

Falsche Medikamente wären demnach erst an 11. Stelle oder noch weiter unten auf der Liste. Oder gar nicht, wenn man tückischerweise die Möglichkeit falscher Medikamente auf die Krankheit angerechnet hat und nur die Krankheit als Ursache angibt.  Etwas Besseres können sich die Pfuscher in Pharmazie und Ärzteschaft nicht wünschen.

So oder so, Walachs Aussagen sind nicht haltbar. Wenn er sie macht, muß er klipp und klar die Quelle und die Daten offenlegen. Tut er es nicht, darf man ihm nicht glauben. Was, wie die anderen Beispiele zeigen, für das Überleben deutliche Vorteile bringt.


[*quote*]
Wenn man ein sehr pessimistisches Bild hat, dann kann man sagen: Homöopathen sind die einzigen Therapeuten, die das Gebot, nicht zu schaden, grundlegend ernst nehmen.
[*/quote*]

Man muß schon sehr ahnungslos oder hoffnungslos dumm sein um zu glauben, daß Homöopathen nicht schaden. Harald Walach hat es selbst gezeigt.

Außerdem ist Walachs Behauptung eine Frechheit gegenüber den wissenschaftlich arbeitenden Ärzten, denen er hier unterstellt, sie würden schaden wollen bzw. es wäre ihnen gleichgültig, ob und welchen Schaden sie anrichten.

Auch auf dem hohen Podest eines Professorenstuhls kann Harald Walach durchaus sagen, er sage seine Meinung. Dennoch darf er keine Tatsachenbehauptungen aufstellen, die (sogar noch offensichtlich) falsch sind. Tatsachenbehauptungen sind Tatsachenbehauptungen.


[*quote*]
Denn: Sie haben nichts, womit sie schaden können, und das ist schon sehr viel.
[*/quote*]

Das ist falsch. Zeitverlust ist ein schwerer Schaden. Geldverlust läßt sich vielleicht ersetzen. Zeitverlust nicht. Das weiß Harald Walach. Er kann nicht leugnen, daß Geldverlust und Zeitverlust immer wieder vorgebrachte Kritikpunkte gegen Homöopathie sind. Er kann es nicht!

Wenn er aber wider besseres Wissen Aussagen macht wie die obige, dann ist die Entscheidung der Kommission, sein Institut nicht einmal extern mit der Universität in Kontakt haben zu wollen, sehr berechtigt, und wird einmal mehr in ihrer Notwendigkeit unterstrichen.


[*quote*]
Wenn man ein etwas optimistischeres Bild will, dann kann man dazunehmen: Homöopathen sind diejenigen Therapeuten, die die Placebo- und Selbstheilungskräfte gelernt haben optimal zu nutzen, und darin sind sie den meisten anderen überlegen.
[*/quote*]

Wie das? Laut Harald Walach wirkt Homöopathie ohne Ursache zu sein. Den Placebo-Effekt hat er auch geleugnet, siehe oben den dritten Punkt seiner einen Liste. Warum zieht er ihn hier wieder aus dem Ärmel? Weil er die Wahrheit sagt! Weil er hier sagt, was er oben geleugnet hat. Weil er hier zugibt, daß Homöopathen den Placebo-Effekt mißbrauchen, wobei "optimal zu nutzen" betriebswirtschaftlich zu sehen ist im Sinne von "möglichst effiziente Ausbeutung der Kranken".

Homöopathen beuten Kranke aus.


[*quote*]
Und das wäre, aus meiner Sicht, das größte Kompliment, das mir jemand machen könnte, wenn ich Arzt wäre.  w
[*/quote*]

Walach ein Kompliment machen? In dem Sinne, wie er ihn eben formuliert hat? Sagen, daß er effizient Kranke ausbeutet?

Nein, Walach werde ich kein Kompliment machen. Bei der Aussage allerdings sollte man eines bedenken: Walach hat recht. In diesem Punkt hat er recht. Und das ist sein Verbrechen.


Viel schwerer als die Verbrechen eines Schwaflers und Rhetoriktäuschers wiegt das Verbrechen einer Krankenkasse, ihren Versicherten einen Apologeten und willfährigen Täuscher pro Homöopathikahersteller als vorgebliche Autorität in Sachen Medizin die Versichertenzeitschrift vollsudeln und damit die Versicherten manipulieren zu lassen.

Die Betriebskrankenkasse Essanelle ist nicht meine Krankenkasse und sie wird es auch nie sein. Nie!
« Last Edit: November 10, 2014, 04:39:30 PM by Omegafant »
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Stellt Euch vor, da kommt so einer



http://www.firefighter.at/fire/upload/05daumen.jpg

in die Praxis und der Doc gibt ihm keine Schmerzmittel, sondern bloß die magischen Zuckerkugeln. Da geht man doch die Wände hoch.

Wie mag sich das dreijährige Kind gefühlt haben, dem der Rasenmäher im Garten einen Teil vom Finger abgeschnitten hatte, und das vom Heilpraktiker keine Schmerzmittel, sondern Glaubuli bekam? Nee, nee, nix erfunden. Das ist echt passiert!

http://www.ariplex.com/ama/ama_kind.htm

[*quote*]
Homöopathische Kindesmißhandlung

7.9.2002

Angeblich so natürlich und so sanft und so wirksam ... ist die Homöopathie in Wahrheit ein Albtraum, der Kinderleben zerstört.

Beispiele:

    http://www.hallertau.net/~digitalis/homeop/amputation.html
    (Hervorhebungen von mir)

        -------------------------------------------------------------------------------
        <quote>
        Rasenmäheramputation dreier Fingerglieder

        Freitag, den 25.10.1996, kommt eine Mutter wegen ihres dreieinhalbjährigen
        Sohnes in die Praxis.
        Am Tage zuvor, nachmittags, griff ihr Sohn unvermutet in den laufenden
        Rasenmäher. Als Folge wurden das erste Glied des Mittelfingers, sowie die
        Fingerkuppen des Zeige- und Ringfingers abgetrennt.
        Die klinische Notfallbehandlung im Krankenhaus erfolgte mit unangemessener
        zeitlicher Verzögerung und ohne Kühlung des amputierten Gliedes des
        Mittelfingers, so daß keine Möglichkeit mehr bestand dieses chirurgisch
        wieder zu verwenden.
        Nun erschien die Mutter mit der Bitte, ob es nicht möglich sei, etwas
        gegen die Schmerzen zu tun und das Anwachsen des transplantierten
        Hautfleckens am Mittelfinger zu unterstützen.
        Der Junge musste brutale Schmerzen haben, da sein Arm, aus der chirurgischen
        Notwendigkeit heraus, bis zu den Fingern eingegipst war, so daß sich die
        Wärme der Entzündung staute und die daraus folgend zunehmende Schwellung
        keinen Raum verschaffen konnte.
        So empfahl ich zunächst einmal als das Naheliegendste, den Gips von Außen
        mit Eisbeuteln zu kühlen.
        Als Notfallmedikation gab ich der Mutter vier Röhrchen Globuli C200 mit,
        Apis, der hitzigen Schwellung wegen, Hypericum, des Nervenschmerzes und
        der Nervenverletzung wegen,  Arnika des Wundverletzung und des Schockes
        wegen und Ledum wegen der Lymphangitis nach Verletzung mit scharfen
        Instrumenten.
        Sie gab Ihrem Sohn gemäß meiner Anweisung stündlich jeweils 3 Globuli
        von jedem Mittel.

        </quote>
        -------------------------------------------------------------------------------

    Fazit: Kindesmißhandlung!
[*/quote*]

Dieses Hallertau-Dings ist von dem Heilpraktiker selber. Der wird ja wohl wissen, was er schreibt.


Und dann stell dir das vor



http://www.firefighter.at/fire/upload/05daumen.jpg

und du kriegst keine Schmerzmittel, sondern Zuckerkugeln.


Darf ich sagen, was ich davon halte?

Und was sagt eine Betriebskrankenkasse dazu, die ihre Versicherten in diese verfluchte Scheiße reinschiebt?
Logged

ama

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Machtfalter:
> Darf ich sagen, was ich davon halte?

Ja. Aber bitte immer daran denken, daß Server empfindsame Wesen sind.

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