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Author Topic: Atomstromer scheißen in den Briefkasten  (Read 1722 times)

Zoran

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Atomstromer scheißen in den Briefkasten
« on: December 14, 2014, 08:11:32 PM »

Bei aller gebotenen  Zurückhaltung, aber was zuviel ist, ist zuviel. Schluß mit der Höflichkeit vor den Landschaftsverbrennern und Massenvernichtern!

Was Journalisten zugemutet wird, da kommt Einem der Mageninhalt hoch. Heute, an einem noch unverschneiten und noch nicht zugefrorenen Dezembersonntag, machen sich Radioaktivitätsgefahrenleugner im Internet breit und scheißen in die Mailbox.

Schluß mit lustig! Was zuviel ist, ist zuviel!


Scheiße in der Mailbox:

[*quote*]
Minimalkompromiss in Lima: Greenpeace-Manager fordert Rückkehr zur klimafreundlichen Kernkraft

Pressemitteilung MAXATOMSTROM
14.12.2014

Guten Tag Herr M...

Nachdem die UN-Klimakonferenz in Lima mit einem Minimalkompromiss geendet hat, fordert MAXATOMSTROM, der Anbieter des ersten deutschen Atomstromtarifs, ein radikales Umdenken in der Klimapolitik. Nur unter Ausnutzung aller CO2-armen Energiequellen inklusive der Kernenergie können die weltweiten CO2-Emissionen gesenkt werden.
[*/quote*]

Klar. Und Bier macht keine Rotweinflecken. Fossile Brennstoffe haben mit Kernenergie nichts zu tun. Beides gehört abgeschafft. Beides!


[*quote*]
Diese Einschätzung deckt sich auch mit den Empfehlungen des Weltklimarats IPCC und zahlreicher Umweltschützer.
[*quote*]

Die Einschätzung "deckt sich"? Wie denn? Und wer ist dieser ominöse "Weltklimarat IPCC"

Das ist der IPPC in der Schweiz:

http://www.ipcc.ch/

Und das ist der deutsche Verein:

http://www.de-ipcc.de/

Über den Internationalen Verein heißt es bei ihm daheim:

http://www.ipcc.ch/organization/organization.shtml

[*quote*]
The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) is the leading international body for the assessment of climate change. It was established by the United Nations Environment Programme (UNEP) and the World Meteorological Organization (WMO) in 1988 to provide the world with a clear scientific view on the current state of knowledge in climate change and its potential environmental and socio-economic impacts. In the same year, the UN General Assembly endorsed the action by WMO and UNEP in jointly establishing the IPCC.
 
The IPCC is a scientific body under the auspices of the United Nations (UN). It reviews and assesses the most recent scientific, technical and socio-economic information produced worldwide relevant to the understanding of climate change. It does not conduct any research nor does it monitor climate related data or parameters.
 
Thousands of scientists from all over the world contribute to the work of the IPCC on a voluntary basis. Review is an essential part of the IPCC process, to ensure an objective and complete assessment of current information. IPCC aims to reflect a range of views and expertise. The Secretariat coordinates all the IPCC work and liaises with Governments. It is supported by WMO and UNEP and hosted at WMO headquarters in Geneva.
 
The IPCC is an intergovernmental body. It is open to all member countries of the United Nations (UN) and WMO. Currently 195 countries are members of the IPCC. Governments participate in the review process and the plenary Sessions, where main decisions about the IPCC work programme are taken and reports are accepted, adopted and approved. The IPCC Bureau Members, including the Chair, are also elected during the plenary Sessions.
 
Because of its scientific and intergovernmental nature, the IPCC embodies a unique opportunity to provide rigorous and balanced scientific information to decision makers. By endorsing the IPCC reports, governments acknowledge the authority of their scientific content. The work of the organization is therefore policy-relevant and yet policy-neutral, never policy-prescriptive.
[*/quote*]

und der deutsche Laden beschreibt sich so:

http://www.de-ipcc.de/
[*quote*]
Die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) richteten 1998 die IPCC-Koordinierungsstelle am Projektträger des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn ein.

Seitdem erfüllt die Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle folgende Aufgaben:

     Zuarbeit für BMBF und BMU in IPCC-Angelegenheiten; u.a. Unterstützung bei
        der Einbindung deutscher Experten in die IPCC-Arbeit
        der nationalen und europaweiten Koordinierung
        der Zusammenarbeit mit dem internationalen IPCC-Sekretariat in Genf
    Kontinuierliche Unterrichtung der deutschen Wissenschaftsgemeinde über die IPCC-Arbeit und das hierfür relevante Umfeld
    Beratung in fachlichen Fragen und Identifizierung von zusätzlichem Forschungsbedarf, auch mit Hilfe externen Sachverstands
    Administrative und fachliche Unterstützung der von der Bundesregierung benannten und von IPCC ausgewählten Experten (insbesondere Autoren und Prüfeditoren)
    Unterrichtung der Öffentlichkeit über die IPCC-Arbeit, z.B. durch deutsche Übersetzungen von IPCC-Veröffentlichungen

Damit trägt die deutsche IPCC-Koordinierungsstelle sowohl zur verstärkten Integration der Ergebnisse deutscher Forschergruppen in die internationale Bestandsaufnahme zur Klimaänderung wie auch zur Verbreitung der IPCC-Erkenntnisse in der deutschen Öffentlichkeit bei.
[*/quote*]


"Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)" Reaktorsicherheit? Soll wohl eher Reaktorunsicherheit heißen.

In einem der Pamphlete gibt es eine aufschlußreiche Wortfolge:

http://www.de-ipcc.de/_media/Synthesis_Report-SPM_provisionally_approved.pdf

[*quote*]
Zero - and low - carbon energy supply includes renewables, nuclear energy, and
fossil energy with carbon dioxide capture and storage (CCS), or bioenergy with CCS (BECCS).
[*/quote*]

Ist das nicht süß, wie da zusammengerechnet wird? Da wird sogar fossiler Brennstoff beim Fossilen rausgerechnet, wenn sein CO2 hinterher komprimiert und irgendwo reingepreßt wird. Und Kernkraft wird mit erneuerbaren Energien in einen Topf geschmissen. Wunderbar. So fälscht man Statistiken. 

Aber wo ist die "Einschätzung"? Die Email sagt:

[*quote*]
Diese Einschätzung deckt sich auch mit den Empfehlungen des Weltklimarats IPCC und zahlreicher Umweltschützer.
[*quote*]

Und wer sagt, was der IPPC sagt?

Email, Fortsetzung:

[*quote*]
Stephen Tindale, der ehemalige Leiter von Greenpeace UK, sagte gegenüber MAXATOMSTROM: „Wer glaubt, dass wir zwischen verschiedenen CO2-armen Energiequellen wählen könnten, unterschätzt den Ernst der Lage. Wind, Sonne, Wasser und Kernkraft müssen alle Teil des Energiemix sein, wenn wir den Klimawandel noch aufhalten wollen."
[*quote*]

Tinsdale war bei Greenpeace. Und selbst Greenpeace hat keine saubere Weste.

Es kommt aber noch schlimmer: Wenn so viel Energie benötigt wird, daß der Ausbau der Konverter bei erneuerbaren Energien nicht ausreicht, gibt es einen

Deal: "x Millionen Menschen opfern für y Gigawattstunden"

Das wird natürlich nicht offen gesagt. Aber darauf läuft es hinaus. Beziehungsweise man läßt die Situation absichtlich darauf zu schliddern, damit die Kernenergie als Retter ins Boot geholt werden MUSS. Dann können die Betreiber der Atomkraftwerke noch so richtig gut abzocken, und eine Verlängerung der Betriebsdauer bringt erst recht Grund zum Feiern.



[*quote*]
Im Vergleich zu fossilen Brennträgern sprechen neben dem Klimaschutz auch weitere Gründe für die Kernenergie:

SICHERHEIT: Tschernobyl fordert laut Bündnis 90/Den Grünen [1] über einen Zeitraum von 70 Jahren 30.000 bis 60.000 Todesopfer.
[*/quote*]

Wunderbar. 30.000 bis 60.000 Leichen. Im nächsten Satz sind die weg. Lieber 30.000 bis 60.000 Leichen als ...

[*quote*]
Nach Zahlen von Greenpeace [2] sterben allein in China jedes Jahr 250.000 Menschen an den Folgen der Kohleverstromung. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation [3] zeigt, dass für die Produktion von Kohlestrom durch Feinstaub und im Bergbau 2500-mal so viele Menschen sterben wie für die gleiche Menge Atomstrom.
[*/quote*]

Einfach die schlampigen Chinesen nehmen, die Menschen verheizen (sic!), statt saubere Anlagen zu bauen. Schon ist Atomenergie blütenweiß gewaschen.

Kohleverstromung ist aber keine Alternative zu Kernenergie! Kohleverstromung ist gar keine Alternative. Sie gehört abgeschafft so schnell es geht!

Kernenergie und fossile Brennstoffe gehören verboten. BEIDES! SOFORT!



[*quote*]
STRAHLENSCHUTZ: Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz [4] setzen Kohlekraftwerke aufgrund des in der Kohle enthaltenen Urans deutlich mehr Strahlung als Kernkraftwerke frei. Hans-Josef Fell, der „Vater" des EEGs bestätigte dies jüngst in einem BBC Interview [5].
[*/quote*]

Na bitte. Noch ein Grund mehr Kohle und Kernenergie zu verbieten!



[*quote*]
ABFALLMANAGEMENT: Während nukleare Abfälle aufgefangen und abgesondert werden, benutzen Kohlekraftwerke die Atmosphäre als CO2-Endlager. Die Abfallmengen unterscheiden sich gravierend: Ein Kernkraftwerk produziert 20 Tonnen hochradioaktiven Mülls pro Jahr. Ein vergleichbares Kohlekraftwerk emittiert 10.000 Tonnen CO2 pro Tag.
[*quote*]

Die Masse spielt aber keine große Rolle. Das Gewicht hält die Erde aus. Das tut sie schon lange. Aber die Anhäufung strahlender Abfälle, das halten die Menschen und Tiere und Pflanzen nicht aus.

"Während nukleare Abfälle aufgefangen und abgesondert werden,"??? Wo denn!? Es gibt noch kein einziges brauchbares Endlager.  Aber trotzdem wollen die Kernenergiefirmen gnadenlos weitermachen. Jetzt aber zu behaupten, die Kohlekraftwerke würden die Atmosphäre als Endlager benutzen, das ist kriminell. Wo lassen denn die Kernkraftwerke ihren Müll? Irgendwo in der Landschaft rumstehen oder versickern. Oder ins Meer fließen. Als ob die Landschaft oder das Meer keine Umwelt wäre. Als ob von dort keine Gefahr für die Menschen und Tiere und Pflanzen bestünde.

So eine Frechheit erlebt man selten. Es sei denn, man liest bei Kernkraftlern.



[*quote*]
MAXATOMSTROM bietet seit dem 1. Dezember 100%igen Atomstrom an. In der ersten Woche konnten fast 3.000 Kunden gewonnen werden. Zahlreiche nationale [6] und internationale [7] Medien berichteten über das neue Angebot. Weitere Informationen können Sie der angehängten Pressemappe entnehmen.
[*quote*]

Weg damit! Sofort! Wollen wir nicht haben!


Abspann: die Macher..

[*quote*]
Mit freundlichen Grüßen,

Jan Pflug

MAXATOMSTROM
August-Wessels-Str. 27
86156 Augsburg
Tel.: +49 821 48 08-26
Fax: +49 821 48 08-23

jan.pflug@maxatomstrom.de
www.maxatomstrom.de [8]

HRB 23426 Augsburg, UST-ID NR. DE 260 113 132, GF Jürgen Schalk, Bernd Neider
[...]
Links:
------
[1] http://de.wikipedia.org/wiki/The_Other_Report_on_Chernobyl
[2] http://blueandgreentomorrow.com/2013/12/12/chinese-coal-pollution-responsible-for-250000-deaths-in-2011/
[3] http://www.smh.com.au/comment/want-to-kill-fewer-people-go-nuclear-20130710-2pqbq.html
[4] http://www.bund-nrw.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Energie_und_Klima/Kohlekraftwerke/BUNDhintergrund_Radioaktivitaet_aus_Kohlekraftwerken_11_2008.pdf
[5] http://www.bbc.co.uk/programmes/p027pr5r
[6] https://www.youtube.com/watch?v=8onZlyzhXp4
[7] http://www.forbes.com/sites/jamesconca/2014/12/12/you-can-now-buy-100-nuclear-energy-in-germany/
[8] http://www.maxatomstrom.de
[*/quote*]



Was Journalisten zugemutet wird, da kommt Einem der Mageninhalt hoch. Wenn die Journaille in ihrer Faulheit und Vollhorstigkeit den Schund direkt oder umgeschrieben in die Zeitung bringt oder ins Radio oder ins Fernsehen, dann kommt Einem der Mageninhalt erst recht hoch. Sollen wir nachsehen, wer so eine Scheiße baut? Sollen wir...!?


[kaputte URL geschweißt, OM]
« Last Edit: December 15, 2014, 06:50:20 PM by Omegafant »
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