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Author Topic: Die Schamanin Dagmar C.  (Read 2561 times)

ama

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Die Schamanin Dagmar C.
« on: July 15, 2015, 04:27:15 PM »

Dies ist ein Experiment. Der Kern des Posts nicht ist mehr und nicht weniger als die wortgenaue Kopie der Webseite

http://www.zeit.de/1999/05/Die_Schamanin

der Wochenzeitung "Die Zeit" . "Die Zeit" hat ausgerechnet bei Google (WIE KANN MAN NUR!?) eine Liste von Webseiten veröffentlicht, die "Die Zeit" nach wie vor online hat, die aber von Google aufgrund von Beschwerden angeblich Betroffener nicht mehr als Suchergebnis ausgegeben werden.

Die Liste der "Zeit":

https://docs.google.com/spreadsheets/d/10aJyj3rUgIY6o5z_AUp9mvF8CmnsYuBEZPAv7DbH0FM/edit#gid=1130789531

[*QUOTE*]
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Datum der Nachricht   Betroffene URL
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05.09.2014   http://www.zeit.de/1999/05/Die_Schamanin
05.09.2014   http://www.zeit.de/1999/05/Die_Schamanin/seite-2
05.09.2014   http://www.zeit.de/1999/05/Die_Schamanin/seite-3
...
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Warum das Experiment? Antwort: Weil diese Seite der "Zeit" nicht einmal einen ausgeschriebenen Namen enthält. "Dagmar" kann nahezu Jede heißen. Und "C" ist auch nicht sonderlich selten. "Dagmar C" auch nicht. 

Was also ist an dieser Seite der "Zeit" so verwerflich, daß die höchstgeschätzte Dame sie verbannt haben möchte? Presserechtlich ist nichts zu beanstanden, die Seite der "Zeit" ist im Netz und wird es bleiben.

Man lese den Text, man lese ihn gründlich, man lese jedes Wort. Was, verdammt nochmal, ist daran auszusetzen!? Der Artikel besteht aus drei Webseiten, und jede einzelne davon ist der Dame "C" nicht genehm. Dabei ist der Text von 1999, er ist jetzt 16 Jahre alt, und die Entgoogleisierung erfolgte erst nach 15 Jahren, im Jahr 2014!


[*QUOTE*]
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Die Schamanin

Cambridge, Harvard, Erding - Dagmar C. läßt sich von pflanzlichen und keltischen Stimmen leiten, heilt und zaubert Regenbögen

 von Ruediger Dilloo
DIE ZEIT Nº 05/199918. Dezember 2013  10:32 Uhr

Verwirrende Aura, anziehende Mischung. Warum drum herumreden. Ist es der Duft ihres Achselschweißes, der nach ein paar Gesprächsstunden in der winzigen Wohnung seine Wirkung entfaltet? Ist es der nackte Zeh, der dabei die ganze Zeit ungeniert aus einer Socke lächelt? Nicht, daß sie flirten würde. "Ich als Schamanin ...", sagt sie sachlich, und warum muß man jetzt nicht grinsen? Verfliegt die Skepsis so schnell vor ihrem ungeschminkten, engelsgleichen Ernst?

Eine eigenartige Person. Weißblonde Schamanin, frisch getaufte Christin, intellektuelles junges Kräuterweib, das tagsüber Ratsuchenden die Hand auflegt und nachts in schicken Münchner Diskotheken abtanzt. Nächsten Monat wird sie, einerseits, in Cambridge, wo sie studiert hat, vor dem elitären Debattierklub der Universität sprechen. Sie wird, andererseits, in Erding bei München, wo sie lebt, wieder für 35 Mark pro Nase ihre "schamanischen Waldführungen" machen und dabei Regenbogen an den Himmel zaubern, dies aber nur vielleicht. Sie heißt Dagmar C. Sie ist 31 Jahre alt. Sie hat offensichtlich die Kraft, zu helfen und zu heilen - woher auch immer.

Die Schamanin kocht Tee auf dem E-Herd, während draußen die S-Bahn vorbeirauscht. Sie bewohnt eineinhalb Zimmer in einem zweistöckigen Reihenhaus zwischen HL-Markt und Bahndamm am südlichen Ortsrand von Erding. Vor der Haustür struppiges Brachland, jenseits der Geleise weit sichtbare Totempfähle, mit den magischen Zeichen von McDonald's und Mercedes. Es ist ein sonniger, kalter Januarsonntag; wird frisch werden bei der Waldbegehung heute nachmittag. Der Wetterbericht hatte Schneeregen vorhergesagt, aber sie wußte schon gestern, daß es schön werden würde, bemerkt die Schamanin beiläufig.

Will man Dagmar C. glauben, sind Vorahnungen und übersinnliche Fingerzeige eine Konstante ihres Lebens. Die Wohnung zum Beispiel: Während eines Besuchs bei ihrer Schwester ganz in der Nähe haben ihr Johanniskrautpflanzen am Bahndamm gesagt, Zitat: "Du mußt jetzt sofort ins nächste Wirtshaus gehen, was Bayerisches essen und in die Zeitung schauen!" Beim Schweinsbraten sah sie einen Eineinhalb-Zimmer-Grundriß vor sich und wenig später im Lokalblatt die Annonce.

Die Wohnung ist sehr spärlich möbliert, aber viele Pflanzen und viele Bilder von Pflanzen und Tieren dekorieren sie. Schöne Bilder, alle selbstgemalt. Die Pflanzen wirken wie langweiliger Büroschmuck, bis die Schamanin darüber spricht: Sie kennt Gummibaum, Agave, Araukarie aus deren exotischen Heimatländern. Philodendron sagte im südamerikanischen Urwald zu ihr: "Ich verleihe den Frauen Würde", Hibiskus gab ihr Verbindung zur Venus, Dieffenbachia, großblättrig, weißgefleckt, Standard in AOK-Geschäftsstellen, heißt in Afrika wegen ihrer extremen Giftigkeit "Töte-sechs-Generationen". -

"Ich brauchte Gift um mich", sagt C., "um mich abzugrenzen." Näher will sie das nicht erläutern. Vom Farn hingegen gibt sie bestimmten Klienten gern ein Blättchen mit: Über Nacht in ein Glas Wasser legen, Essenz morgens trinken. Jede subjektiv "geliebte Pflanze" wirke heilsam auf diese einfache, selbst zu praktizierende Weise.

Dagmar C. ist in München geboren, aber aufgewachsen ist sie in Ghana, Peru, Thailand und Argentinien. Ihr Vater war Entwicklungshelfer. Ihr norddeutscher Name stammt von Deichbauern in der Ahnenreihe; der Großvater war Physikprofessor und Farmer in Ostafrika, eine Großmutter studierte Medizin. Dagmar hat in Deutschland Abitur gemacht und zuerst in Berlin Volkswirtschaft studiert, womit sie sich unterfordert fühlte; dann ging sie mit einem Stipendium nach Cambridge und sattelte um auf Ethnologie, Psychologie und Politik.

Seite 1/3 Vorwärts
http://www.zeit.de/1999/05/Die_Schamanin/seite-2
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mehr:
http://www.zeit.de/1999/05/Die_Schamanin
http://www.zeit.de/1999/05/Die_Schamanin/seite-2
http://www.zeit.de/1999/05/Die_Schamanin/seite-3



Vorwärts! Und nicht vergessen die SOLIDARITÄT!
« Last Edit: July 15, 2015, 05:25:01 PM by ama »
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ama

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Re: Die Schamanin Dagmar C.
« Reply #1 on: July 15, 2015, 05:26:33 PM »

Das ist ja unheimlich witzig: In der Übersichtsseite

http://www.zeit.de/1999/05/

heißt die Dame "Antje C.":

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Die Schamanin

Cambridge, Harvard, Erding - Antje C. läßt sich von pflanzlichen und keltischen Stimmen leiten, heilt und zaubert Regenbögen

Von Ruediger Dilloo
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Eine "Antje C" als Schamanin in Erding  gibt es, wie man hier sieht, aber nicht hört, weil die MP3-Datei verschwunden ist:

http://www.aer.taunus-media-online.de/podcast/index.php?id=25

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Waldserie Feen und Elfen
08/17/2011 03:32 PM
Bei Kindern sind sie sehr beliebt, die Elfen, Zwerge und Feen des Waldes. Wir Erwachsenen können diesen Geschöpfen nicht so viel abgewinnen - für uns sind das halt einfach nur Fantasiewesen. Aber es gibt Ausnahmen: die christliche Schamanin Antje Clasen aus Erding zum Beispiel: Sie ist im Wald schon einer Elfe begegnet.
Media files
aer_beitrag_2311.mp3 (MP3 audio)
http://www.aer.taunus-media-online.de/podcast/data/aer_beitrag_2311.mp3
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Ja, und dann... Dann gibt es, der Name ist ja nicht so selten, auch andere Damen mit dem Namen "Antje C".

http://www.anglistik.uni-mannheim.de/anglistik_fuer_ww/mitarbeiter/antje_clasen_m_a/index.html

Was das große Internet doch für Überraschungen bereit hält. Fast wie im richtigen Leben.

Moses2

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Re: Die Schamanin Dagmar C.
« Reply #2 on: July 17, 2015, 12:15:48 AM »

Im richtigen Leben hat eine gewisse Antje C.  in dem für Esoterik berüchtigen Forumromanum ein Inserat aufgegeben.

http://57565.forumromanum.com/member/forum/forum.php?action=std_show&entryid=1091127984&USER=user_57565&threadid=2

[*quote*]
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Erfahrung in der Behandlung Angeborener Augenprobleme

Forum - Mütter besonderer Kinder
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von Antje Clasen MA Cambridge am 05 May. 2005 23:03

Ich bin Psychologin MA (Cambridge) und habe Erfahrung in der Behandlung angeborener Sehstörungen und Augenprobleme.
Ich habe einige Fälle in einem Vortrag an der Univerität Heidelberg und dem Harvard alumni Club München vorgetragen.
Ich wurde von Indianischen Medizinmännern ausgebildet und verwende christliche Gebete. Ärzte aus Harvard haben
Interesse an meinen Fällen. Ich würde gerne Kinder mit angeborenen Augenproblemen oder anderen Behinderungen
behandeln und würde mich freuen falls Sie diese Nachicht veröffentlichen.
Antje Clasen


Beitragsbewertung:
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Antworten

    Erfahrung in der Behandlung Angeborener Augenprobleme (Antje Clasen MA Cambridge | 05 May. 2005 23:03)
        RE: Erfahrung in der Behandlung Angeborener Augenprobleme (Uschi | 05 Jun. 2005 11:23)

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Der Artikel der Zeit ist von 1999. Das Inserat kam sechs Jahre später! Der Artikel berichtet über "Behandlung", weil die Frau Antje nicht "heilen" sagen darf. Das ist eine Zwischenüberschrift in der Seite 2 des Artikels der "Zeit":

"Sie behandelt - von "Heilung" darf sie nicht sprechen"

Die Seite 2: http://www.zeit.de/1999/05/Die_Schamanin/seite-2


Das Inserat ist haargenau passend im Tenor geschrieben: "Ich würde gerne Kinder mit angeborenen Augenproblemen oder anderen Behinderungen behandeln..."

Daß die Frau Antje das kostenlos macht, steht nicht da, aber etwas anderes, was mich sehr stutzig macht: "Ich bin Psychologin MA (Cambridge)". Wenn ich das richtig verstehe, hat sie unter anderem als eines ihrer Fächer Psychologie studiert. Aber ist man damit automatisch Psychologin? Darf man als Psychologin behandeln, bloß weil man Psychologie studiert hat in dem Amerika? Ich meine: es ist ein amerikanisches Studium, nach amerikanischem Recht. Gilt das hier überhaupt? Darf man damit hier in Deutschland den Eindruck erwecken, man sei ein Psychologe mit Zulassung zum Behandeln? Auf mich wirkt das wie genau als das: als Reklame eines Psychologen mit Zulassung.

"Ärzte aus Harvard haben Interesse an meinen Fällen." Was für Ärzte? Warum Harvard? Soll das vornehm wirken oder wie große Wissenschaft? Warum aus Harvard? Warum nicht welche aus Deutschland? Kann das daran liegen, daß diese Ärzte spinnerte Esoteriker sind, vielleicht auf dem Schamanentrip? Dann wär schon verständlich, daß auf die verwiesen wird. Nachprüfen wird das in Deutschland nämlich keiner. Also kann man mit denen angeben...

Darüber sollte man nachdenken, ganz ernsthaft nachdenken.
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Save the Whales! Rule the Seas!

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  • Boltbender
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Re: Die Schamanin Dagmar C.
« Reply #3 on: February 04, 2017, 03:53:19 PM »

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