Originaltext vom MLM Survivor
Homepage auf
www.mlmsurvivor.com
Am 05. Februar 1999 wurden zwei Website- Eigentümer, Kritiker von Amway und dessen Motivations- Organisationen, unter Strafandrohung vorgeladen. Am 06. Februar klopfte bei einem Dritten der Gerichtsdiener an die Tür. Danach wurde am 10. Februar Zwangsmaßnahme Nummer Vier serviert.
Sidney Schwartz ist Autor von Amway: The Untold Story [Die Website ist inzwischen nicht mehr am Netz]. Es wird angenommen, dass seine Website die erste Anti- Amway- Website im Internet war. Schwartz ist für Amway kein unbeschriebenes Blatt, denn dies ist schon das dritte Mal, dass Amway mit gerichtlichen Zwangsmaßnahmen gegen ihn vorgeht, und jeder neue Fischzug schien größer auszufallen als der Vorherige.
Die zweite Zwangsmaßnahme richtete sich gegen den Autor von The Other Side of the Plan, eine gut recherchierte Website mit vielen Dokumenten.
Die dritte Zwangsmaßnahme hatte John Hoagland zum Ziel, Betreiber einer Website und des Anti-Amway Anti-MLM Webring. Seine Website ist Teil dieses Ringes.
Die Vierte ging an Ashley Wilkes. Ihre Website "Amway Motivational Organizaitons: The Nightmare Builders" war letztes Jahr schon Zielscheibe für Amway, als sie erfolglos versuchten, Wilke's Arbeitgeber, die Universität von Minnesota, zu überzeugen, die Website stillzulegen.
Die Schwartz'sche ging aus einer permanenten Serie von Dialogen mit Mitgliedern des Compuserve- Forums "Working from Home" hervor. Um die Forums- Mitglieder mit Informationen zu versorgen, stellte er mehr und mehr Nachforschungen an und entwickelte dadurch mit der Zeit eine umfangreiche Datensammlung. Als dann irgendjemand vorschlug, diese Informationen im Internet verfügbar zu machen, war die Website geboren.
Nachdem Procter & Gamble zum ersten Mal gegen Amway in Utah Klage erhob, entdeckten ihre Rechtsanwälte die Website von Schwartz und nahmen mit ihm Kontakt auf. Er versorgte sie mit einigen Informationen und Fotokopien von Dokumenten, wofür er eine äußerst bescheidene Beratungsgebühr erhielt.
Amway reagierte sofort auf diese Zahlung, bezeichnete ihn als "üblen Internetaktivisten" und begann, ihn über seine Distributor- Organisation zu verunglimpfen. Tatsächlich beschrieb ein ehemaliger Yager- Mitarbeiter in einem Telefongespräch, dass die Yagers in den Firmenmeetings Proctor & Gamble und Sidney Schwartz die Schuld für "all ihre Probleme" gaben. Amways Klage behauptet, dass Procter & Gamble Sidney Schwartz für die Inbetriebnahme und die Unterhaltung seiner Website bezahlte und dass diese Site für die meisten derzeitigen Amway- Probleme verantwortlich ist.
Dies ist das dritte Mal, dass Schwarz eine von Amway Corp. initiierte Zwangsmaßnahme über sich ergehen lassen muss: das erste Mal im Prozess gegen Procter & Gamble, bei dem er eine ausführliche eidesstattliche Erklärung über seine Beziehung zu P&G abgab. Damit nicht zufrieden, erwirkte Amway eine zweite gerichtliche Vorladung, diesmal zu dem Prozess Touchton gegen Amway. In diesem Fall gelang es ihnen, den Richter zu überzeugen, dass der gesamte Festplatteninhalt des Schwartz'schen Computers übergeben werden musste.
Amway hat danach eine eigene Klage gegen P&G erhoben. Mit einem minimalen Streitwert von gerade einmal 75.000 Dollar dient diese Klage Amway nun scheinbar als Sprungbrett, um weitere Informationen über seine Kritiker zusammenzutragen. Die aktuelle Zwangsmaßnahme gegen Schwartz verlangt die Herausgabe aller "Dokumente" (einschließlich "und unbegrenzt auf jedwede Papiere, Dokumente, Korrespondenzen, Briefe, Handbücher, Computer- CD's ... Sicherungsbänder, sonstige elektronisch gespeicherte Daten ... sonstige Daten, Photographien, Videos, Begutachtungen, Zeichnungen, Filme, Farbgrafiken, sonstige computergenerierte Informationen, handschriftliche oder mittels Schreibmaschine erstellte Notizen, Charts, Grafiken, Publikationen, Kalender, Tagebücher, Logdateien, Logbücher, Nachrichten, Berichte und alle anderen Papiere oder Schriftstücke oder Korrespondenzen oder Zusammenfassungen von solchen." Die geforderten "Dokumente" schließen auch alle Dokumente ein, die Sidney Schwartz von P&G oder deren Anwälten erhalten hat, alle Dokument, die Sidney Schwartz oder dessen Anwälte an P&G schickten, alle Dokumente, die innerhalb der letzten vier Jahre in irgendeinem Zusammenhang mit der Kommunikation zwischen Schwartz und P&G standen, alle Dokumente, die die Website Amway: The Untold Story betreffen und die Quellen dieser Dokumente, alle Dokumente über die Diskussionen zwischen Schwartz und den Mitgliedern zweier übergebener, unterschiedlicher Namenslisten der letzten vier Jahre, "alle Dokumente zu elektronischem Mailverkehr (oder irgendwelche Zitate daraus), die von Schwartz während der letzten vier Jahre verschickt oder empfangen wurden und in denen das Wort 'Amway' vorkommt, alle finanziellen Transaktionen zwischen Schwartz und P&G, alle Notizen von Treffen, Telefonaten oder Diskussionen zwischen Schwartz und P&G oder zwischen Schwartz und irgendeinem Mitglied der Namenslisten, alle anderen von Ihnen erstellte oder empfangene Dokumente der letzten vier Jahre, die Amway oder irgend einen Amway- Distributor betreffen" und jeweils eine vollständige "gespiegelte Kopie" aller Disketten, Bänder, oder sonstigen elektronischer Speichermedien, die irgendeine der geforderten Informationen zu vorgenannten Punkten enthalten.
Schwartz ist in diesem Prozess kein Beklagter, Amway hat ihn auch in keiner Klageschrift benannt. Noch hat Amway jemals irgendetwas Diffamierendes oder Falsches auf dessen Website gefunden.
Mit anderen Worten geht Amway auf Fischfang und fordert von Schwartz den gesamten Festplatteninhalt. Schon wieder . .
Und nicht nur den von der Schwartz'schen Festplatte. Der Text der bei dem Autor von The Other Side of the Plan eingegangenen Anordnung und der für Wilkes sind gleichlautend.
John Hoagland, der Webring- Manager veröffentlichte den Text seiner Anordnung auf seiner Website. Inhaltlich unterscheidet sie sich zwar geringfügig von der bei Schwartz eingegangenen, die Reichweite bezüglich Amway's Hoffnungen, etwas zu finden, ist aber genauso ausgeprägt.
Ironischerweise hatte mit Ausnahme von Schwartz keiner der mit Zwangsmaßnahmen überzogenen Website- Betreiber keinerlei Kontakt mit Procter & Gamble oder deren Anwälten.
Es stellt sich die Frage: warum ausgerechnet diese Website- Betreiber? Letztes Jahr versuchte Amway vergebens, "Amway Motivational Organizaitons: The Nightmare Builders" schließen zu lassen. Nun sieht es so aus, als ändere Amway seine Strategie, die Kritiker zum Schweigen zu bringen. Es gibt da draußen so viele andere Amway- kritische Websites. Warum sind deren Betreiber nicht mit gleichlautenden Zwangsmaßnahmen bedacht worden? Muss ich nun warten, bis der Gerichtsdiener an meiner Tür klingelt?
Und eine weitere Frage: haben nicht Schwartz und die anderen Betreiber als Herausgeber ein legales Recht, ihre Quellen gemäß dem 'First Amendment' zu schützen? Journalisten von Zeitungen und Magazinen sind oft nur dadurch in der Lage, sensible Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen, weil sie ihre Informationsquellen schützen können. Sind Internet- Herausgeber in dieser Hinsicht irgendwie anders? Ich habe Hunderte Emails erhalten. Einige davon stammten von Menschen in sehr gefährdeten Situationen, von Menschen, die in einigen Fällen buchstäblich Angst um ihr Leben hatten. Sie schrieben mir in dem Glauben, dass ich ihre Anonymität sicherstelle.
Ich glaube, dass ich als Autor und als Herausgeber einer Website eine Verpflichtung habe, meine Informationsquellen zu schützen und dazu sogar von der Verfassung geschützt werde. Ich habe viele äußerst sensible Emails von Menschen in äußerst schwierigen Situationen erhalten. Werde ich diese genau dem Unternehmen ausliefern, vor dem sie sich fürchten? Niemals!
Wir sprechen hier nicht über eine Verschwörung zur Sprengung eines öffentlichen Gebäudes mittels einer Bombe, wir sprechen über eine Gruppe von Menschen mit normalen Absichten und normalen Zielen, die Wahrheit über ein Unternehmen zu hinterfragen. Wenn eine solches Unternehmen unser Recht auf eine Freie Rede, den Schutz vor ungesetzlichen Durchsuchungen und Beschlagnahmen und andere Rechte untergraben kann, die in unserer Verfassung verankert sind, dann haben wir hier tatsächlich ein bedeutendes juristisches Problem von herausragender Bedeutung.
Wenn Amway tatsächlich versucht, Schwartz soweit einzuschüchtern, dass er seine Website wieder abschaltet, oder versucht, irgend einen der anderen Kritiker mundtot zu machen (und es sieht sehr danach aus), dann glaube ich, dass sie ihre Strategie überdenken sollten, damit der Schuss nicht plötzlich nach hinten losgeht.
Im übrigen hätten wir sicher nichts zu kritisieren, wenn Amway seine eigenen Spielregeln einhalten würde.
Update vom 23. Juli und 01. Oktober 1999
Eine siebte Anordnung wurde Ken Lowndes am 1. März 1999 zugestellt. Lowndes war im vorigen Jahr Zielscheibe einer Amway- Attacke, als seine dem Unternehmen gegenüber kritische Website durch seinen Serviceprovider abgeschaltet wurde, nachdem einer von Amway's Anwälten diesem mehrere Beschwerdeschreiben schickte. Lowndes, der schon vor Jahren Beschwerden gegenüber Amway vorbrachte, stellte in Amway's Heimatdistrikt einen Antrag an den Kongress, um für seinen Fall öffentliche Unterstützung zu erhalten. Ohne Erfolg.
Etwas später wurde Zwangsmaßnahme Nummer acht dem Autor von Diana and Joe's Place zugestellt, eine persönliche Geschichte einer Amway- Erfahrung.
Hier ist die Hitparade der Zwangsmaßnahmen (Stand 23. Juli 1999):
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1. |
Sidney Schwartz erhob
Widerspruch. Da Amway versuchte, seine in Michigan anhängige
Klage gegen Procter & Gamble auf Schwartz und auch auf Lowndes
als zusätzliche Beklagte erweitern zu lassen, entschied ein
Richter in Oregon, dass Schwartz der Zwangsmaßnahme nicht
nachkommen müsse. In einer Pressenotiz vom 14. April 1999
erklärte Amway: |
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2. |
Ashley
Wilkes erhob Widerspruch. Sie hat ihren
Computer bei ihrem Rechtsanwalt wegen der noch schwebenden
Anträge "eingelagert". Am 22. April erschien Wilkes
vor Gericht, um sich selbst gegen Amway's Antrag auf Abweisung
ihres Widerspruches zu deren Zwangsmaßnahme zu verteidigen.
In seiner Entscheidung vom 26. April 1999 verwarf der Friedensrichter
Amway's Antrag. Amway forderte den Richter auf, seine Entscheidung
zu überdenken, darauf verwarf er Amway's Antrag erneut. |
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3. |
Kraft seiner neuen, erweiterten
Beschwerde ließ Amway im Juli 1999 Wilkes' Festplatte
und andere Dokumente beschlagnahmen. Geschlagen von der Höhe
der Prozesskosten, die sie sich nicht leisten konnte, stimmte
Wilkes im September zu., Amway den Inhalt der Festplatte zu
übergeben und die Website zu schließen. Ihre Site war zu diesem
Zeitpunkt die am längsten betriebene kritische Amway Motivational
Organizations Site im Netz |
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4. |
Dave Midgett legte
Widerspruch ein. Er versiegelte die Festplatte seines Computers
und lagerte sie wegen der noch schwebenden Anträge in einem
Wertfach ein. Am 24. März erhielt Midgett eine weitere Liste
mit "Suchkriterien", die gegenüber der ursprünglichen
Liste bedeutend erweitert war und eine Schmutzwäsche- Namensliste
aller an Rechtsstreitigkeiten mit Amway beteiligter Personen
enthielt. Glaubt Amway, das seine wahnhafte P&G/Schwartz-
Verschwörungstheorie hinter allen
Rechtsstreitigkeiten gegen sie steckt? Am 17. Mai ordnete ein
Richter an, Midgett habe allen Zwangsmaßnahmen nachzukommen
und weigerte sich sogar, seine Argumente
zu diesem Fall anzuhören. |
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5. |
John Hoagland
handelte mit den Amway- Anwälten einen
mittelmäßigen Vergleich aus. Sie zogen eine Kopie von seiner
Festplatte, durften sie aber nicht auswerten, bevor die Suchkriterien
verhandelt waren. Ende März ist diese Zustimmung erfolgt. Danach
forderte Amway eine erweiterte Suche mittels neuer Suchkriterien.
Diese erweiterten Kriterien enthielten eine Anzahl Namen von
Personen, die sich in Rechtsstreitigkeiten mit Amway befanden
und auch die Namen von verschiedenen Website- Betreibern einschließlich
meinem eigenen. Hoagland beauftragte seine Anwälte, Amway mitzuteilen,
dass sie weitergehende Suchkriterien nur auf dem Klageweg durchsetzen
können. |
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6. |
Ken Lowndes vertrat
sich vor Gericht während einer Anhörung zu seinem Antrag auf
Klageabweisung und Amway's Antrag auf Beweissicherstellung selbst.
Seinem Antrag wurde nicht stattgegeben. Er hat Berufung eingelegt. |
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7. |
Weitere gerichtliche Anordnungen
wurden der University of
Minnesota zugestellt, mit
der Forderung nach dem Festplatteninhalt von Wilkes Computer
sowie dem Unternehmen MPINet, Hoagland's Internet Service Provider. |
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8. |
Eine weitere Verfügung erhielt
dier Autorin der Website Diana and Joe's Place. Diese
Geschichte wurde im Internet veröffentlicht und die Autorin korrespondierte
eine Zeit lang aktiv mit Schwartz, Wilkes und
anderen. Sie versuchte, ihre Amway- Episode hinter sich zu lassen und kündigte
deshalb an, ihre Website abzuschalten. Damit ihre Geschichte
nicht verloren ging, die etliche Menschen erreichte, bot ich
ihr an, diese auf meiner Website einzustellen. Sie war auch ab
Ende Dezember 1997 ohne irgendwelche Aktivitäten
der ursprünglichen Autorin für mehr als ein Jahr über MLM Survivor
Homepage im Internet nachzulesen. Nach meinem Kenntnisstand hatte
sie auch niemals irgendwelche Kontakte zu P&G.
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Es wird immer offensichtlicher, dass Amway Gerichtsverfahren dazu nutzt, kritische Website- Betreiber zu drangsalieren und einzuschüchtern.
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Lesen Sie von Amway's Vendetta
gegen Kritiker
Lesen
Sie hier Amway's Gegendarstellung