Amway geht Angeln,
Zwangsmaßnahmen sind der Köder

Originaltext vom MLM Survivor Homepage auf
www.mlmsurvivor.com

 

1.

Sidney Schwartz erhob Widerspruch. Da Amway versuchte, seine in Michigan anhängige Klage gegen Procter & Gamble auf Schwartz und auch auf Lowndes als zusätzliche Beklagte erweitern zu lassen, entschied ein Richter in Oregon, dass Schwartz der Zwangsmaßnahme nicht nachkommen müsse. In einer Pressenotiz vom 14. April 1999 erklärte Amway:

"Der Nachtrag zu einem laufenden Gerichtsverfahren gegen Procter & Gamble beschuldigt den Verbrauchsgüter- Giganten, dem in Oregon ansässigen Sidney Schwartz, Autor einer Website "zur Schädigung oder Zerstörung des Amway- Geschäftes durch die Nutzung des Internet" Unterstützung zu leisten. Schwartz betreibt eine Website mit dem Namen "Amway: The Untold Story", die auf unfaire Art Amway und die Amway-Geschäftsmöglichkeiten durch Falschinformationen portraitiert, und diese Informationen mit Lesern und andern Website- Betreibern gemeinsam nutzt."

Laut seinen Pressemitteilungen versucht Amway auch Ken Lowndes anzuklagen mit der Begründung, dass die Schwartz'sche Website die von Lowndes "förderte". (Bevor sie am 26. April 1999 stillgelegt wurde, enthielt die Schwartz'sche Website einen einzigen Hyperlink zur Site von Lowndes. Sie enthielt auch Links zu Yager's InterNET Services Corp. Site ICCA, Britt Worldwide und auch zu Amway selbst.) Selbst die Tatsache, dass der "Fall Schwartz" schon lange existierte, bevor P&G überhaupt mit ihm kommunizierte, scheint bei Amway nicht die Kuh vom Eis zu schaffen, da sie nach einem Sündenbock suchen. Und obwohl sie sich immer und immer wieder beschwerten, dass seine Site voller "Falschinformationen" sei, haben sie kein einziges Mal eine solche Falschinformation detailliert benannt und haben auch nie verlangt, dass irgendeine Information von der Website "Amway: The Untold Story" entfernt werden müsse.

Ein Richter in Michigan urteilte, dass es Amway in diesem Rechtsstreit erlaubt sei, seine Anklage auf Schwartz als Beklagten auszudehnen.
 

2.

Ashley Wilkes erhob Widerspruch. Sie hat ihren Computer bei ihrem Rechtsanwalt wegen der noch schwebenden Anträge "eingelagert". Am 22. April erschien Wilkes vor Gericht, um sich selbst gegen Amway's Antrag auf Abweisung ihres Widerspruches zu deren Zwangsmaßnahme zu verteidigen. In seiner Entscheidung vom 26. April 1999 verwarf der Friedensrichter Amway's Antrag. Amway forderte den Richter auf, seine Entscheidung zu überdenken, darauf verwarf er Amway's Antrag erneut.
 

3.

Kraft seiner neuen, erweiterten Beschwerde ließ Amway im Juli 1999 Wilkes' Festplatte und andere Dokumente beschlagnahmen. Geschlagen von der Höhe der Prozesskosten, die sie sich nicht leisten konnte, stimmte Wilkes im September zu., Amway den Inhalt der Festplatte zu übergeben und die Website zu schließen. Ihre Site war zu diesem Zeitpunkt die am längsten betriebene kritische Amway Motivational Organizations Site im Netz
 

4.

Dave Midgett legte Widerspruch ein. Er versiegelte die Festplatte seines Computers und lagerte sie wegen der noch schwebenden Anträge in einem Wertfach ein. Am 24. März erhielt Midgett eine weitere Liste mit "Suchkriterien", die gegenüber der ursprünglichen Liste bedeutend erweitert war und eine Schmutzwäsche- Namensliste aller an Rechtsstreitigkeiten mit Amway beteiligter Personen enthielt. Glaubt Amway, das seine wahnhafte P&G/Schwartz- Verschwörungstheorie hinter allen Rechtsstreitigkeiten gegen sie steckt? Am 17. Mai ordnete ein Richter an, Midgett habe allen Zwangsmaßnahmen nachzukommen und weigerte sich sogar, seine Argumente zu diesem Fall anzuhören.

5.

John Hoagland handelte mit den Amway- Anwälten einen mittelmäßigen Vergleich aus. Sie zogen eine Kopie von seiner Festplatte, durften sie aber nicht auswerten, bevor die Suchkriterien verhandelt waren. Ende März ist diese Zustimmung erfolgt. Danach forderte Amway eine erweiterte Suche mittels neuer Suchkriterien. Diese erweiterten Kriterien enthielten eine Anzahl Namen von Personen, die sich in Rechtsstreitigkeiten mit Amway befanden und auch die Namen von verschiedenen Website- Betreibern einschließlich meinem eigenen. Hoagland beauftragte seine Anwälte, Amway mitzuteilen, dass sie weitergehende Suchkriterien nur auf dem Klageweg durchsetzen können.
 

6.

Ken Lowndes vertrat sich vor Gericht während einer Anhörung zu seinem Antrag auf Klageabweisung und Amway's Antrag auf Beweissicherstellung selbst. Seinem Antrag wurde nicht stattgegeben. Er hat Berufung eingelegt.
 

7.

Weitere gerichtliche Anordnungen wurden der University of Minnesota zugestellt, mit der Forderung nach dem Festplatteninhalt von Wilkes Computer sowie dem Unternehmen MPINet, Hoagland's Internet Service Provider.
 

8.

Eine weitere Verfügung erhielt dier Autorin der Website Diana and Joe's Place. Diese Geschichte wurde im Internet veröffentlicht und die Autorin korrespondierte eine Zeit lang aktiv mit Schwartz, Wilkes und anderen. Sie versuchte, ihre Amway- Episode hinter sich zu lassen und kündigte deshalb an, ihre Website abzuschalten. Damit ihre Geschichte nicht verloren ging, die etliche Menschen erreichte, bot ich ihr an, diese auf meiner Website einzustellen. Sie war auch ab Ende Dezember 1997 ohne irgendwelche Aktivitäten der ursprünglichen Autorin für mehr als ein Jahr über MLM Survivor Homepage im Internet nachzulesen. Nach meinem Kenntnisstand hatte sie auch niemals irgendwelche Kontakte zu P&G.
Als die erste Welle von Zwangsmaßnahmen rollte, nahm ich mit ihr Kontakt auf, um sie über die Situation zu unterrichten, und auf ihren Wunsch hin habe ich dann die Seiten von der Website genommen. Sie hat den Anordnungen Folge geleistet.

 

Es wird immer offensichtlicher, dass Amway Gerichtsverfahren dazu nutzt, kritische Website- Betreiber zu drangsalieren und einzuschüchtern.


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