Originaltext vom MLM Survivor
Homepage auf
www.mlmsurvivor.com
Wie
ein waidwundes, sterbendes Tier, das alles angreift, was seinen Weg kreuzt,
scheint Amway entschlossen zu sein, Procter & Gamble, Sidney Schwartz und
anderen Kritikern die Schuld für seinen massiven Geschäftsrückgang zu geben.
Der Einzelhandelsverkauf sank letztes Jahr von veranschlagten 7 Milliarden Dollar (sowieso eine imaginäre Zahl) auf "geschätzte 5,7 Milliarden Dollar, eine Abnahme um 19 Prozent. In der Öffentlichkeit macht Amway dafür den ökonomischen Niedergang in Asien und die Schließung in China verantwortlich. Aber in den USA entlasssen sie Arbeiter in großer Zahl - über zehn Prozent - und bieten anderen den Vorruhestand an. (Siehe Berichte auf http://www.amway.com/infocenter/pressrel/pressrel45.asp und http://www.rickross.com/reference/amway/amway30.html.)
Amway begann auch mit etwas, das wie eine Rache- Kampagne gegen Procter & Gamble und Sidney Schwartz aussieht. Hier ein kurzer geschichtlicher Rückblick: Etwa im April und Mai 1995 verschickte, schlecht beraten, "Executive Diamond" Randy Haugen gemäß den Plädoyers vor Gericht eine Amvox- Nachricht durch seine große Organisation, in der behauptet wurde, dass das Unternehmen Procter & Gamble (P&G) mit dem Satanismus verbunden sei. Dieses "Gerücht" machte mehrfach die Runde, dieses Mal jedoch entschloss sich P&G, eine Reihe von Distributoren zu verklagen, die diese Nachricht weiterverbreiteten, darunter auch Haugen und das Unternehmen Amway selbst. Im Januar 1996 eröffnete Sidney Schwartz seine Website Amway: The Untold Story [Die Website ist inzwischen nicht mehr am Netz!]. Schwarz, der kein Amway- Distributor war, leitete mehrere Jahre lang das "Working from Home Forum" von Compuserve. Viele Mitglieder besuchten dieses Forum auf der Suche nach Informationen über Tätigkeiten, die sie von zu Hause ausüben könnten, aber auch viele Distributoren von Amway und anderen MLM- Firmen besuchten diese Foren. Schwartz begann, einige der Informationen zu überprüfen, die Distributoren in den Foren hinterließen und entdeckte Diskrepanzen zwischen den Behauptungen der Distributoren und seinen Nachforschungsergebnissen. Schließlich nahmen sich Amway- Untersuchungen seiner Website an. Seither haben viele Privatpersonen kritische Websites zu Amway oder anderen Multi- Level- Marketing- Firmen (MLM) ans Netz gebracht, wie dies auch ihr Recht ist.
Im Rahmen ihrer Ermittlungen für ihre anhängige Klage gegen Amway stießen P&G's Anwälte auf die Website von Schwartz und nahmen mit ihm Kontakt auf. Er versorgte sie mit einigen Informationen und mit Fotokopien von Dokumenten. Als Gegenleistung zahlten sie ihm eine bescheidene Beratungsgebühr und erstatteten seine Auslagen.
Aus Verzweiflung, irgendjemand für die ihr entgegenschlagende schlechte Publicity verantwortlich zu machen, startete Amway eine Kampagne der Diffamierung gegen Schwartz, dessen einziger Fehler war, sein verfassungsmäßiges Recht auf freie Rede genutzt zu haben. Amway hat trotz umfangreicher Gegenbeweise standhaft behauptet, dass P&G Schwartz für den Start und die Unterhaltung seiner Website bezahlte. Im August 1996 erhob Amway eine Gegenklage und behauptete, dass die Website von Schwartz ein P&G - Organ sei. Die Klage wurde in vollem Umfang abgewiesen.
Kürzlich erhob Amway an seinem Firmensitz vor Gericht eine ähnliche Klage, forderte 75.000 Dollar Schadenersatz und behauptete, P&G habe die Schwartz'sche Website finanziert und ihn mit sensiblen Daten versorgt. Amway behauptete auf seiner Website:
"Die vor dem Gericht von Michigan erhobene Klage bestreitet den einmaligen, heimlichen Beratungskontakt zu Herrn Schwartz, der das World Wide Web dazu nutzte, falsche und irreführende Informationen über Amway zu verbreiten."
Amway unterstellt, dass es in der Schwartz'schen Beziehung zu P&G etwas Unzulässiges gibt. Aber was ist daran unzulässig, wenn ein Einzelner einem Unternehmen als Berater dient? Das geschieht tagtäglich! Wenn ich als Unternehmer mit einem Klienten einen Vertrag schließe und Amway nicht über diesen Vertrag informiere - zumal es nicht einmal um deren Geschäftstätigkeit geht - macht dies den Vertrag "geheim" und deshalb unrechtens? Ich denke nicht! Schwartz hatte Informationen. P&G wollte Informationen. Schwartz stimmte zu, sie ihnen zu liefern. Was ist daran ungebührlich?
Amway erklärt auch immer und immer wieder, dass Schwartz und die anderen Website- Eigentümer unwahre Informationen präsentieren. Warum sind dann Schwartz und andere nicht als betroffene Parteien in der Klagesache benannt? Schwartz hat Amway bei vielen Gelegenheiten aufgefordert, alles darzulegen, was auf seiner Website falsch oder einklagbar sei, doch sie waren dazu nicht in der Lage.
Die Tatsache, dass Amway's Klage gegen P&G auf schwachen Füßen steht, ist ein starkes Indiz dafür, dass es nur eine "Ärgernis-" Klage ist, die eine andere Zielsetzung hat als anspruchsvolle gesetzliche Wiedergutmachung für vermeintliches Unrecht.
Nun sieht es danach aus, dass Amway versucht, eine Art Verschwörungstheorie zu kreieren, deren Initiatoren P&G und Schwartz sind. Nicht zufrieden damit, Schwartz zum dritten Mal unter Strafandrohung vorladen zu lassen, ließ Amway fünf weitere Personen vorladen: Ashley Wilkes, Eigentümer der Website " Amway Motivational Organizations: The Nightmare Builders", die Universität von Minnesota, die Wilkes im Rahmen seiner Beschäftigung den Platz auf einem Webserver zur Verfügung stellte, Dave Midgett, Website- Eigentümer von The Other Side of the Plan, John Hoagland, der die Website Anti-Amway, Anti-MLM Webring betrieb sowie Hoaglands Internet Service Provider 'mpinet'. Der Grund für Amways Klage gegen P&G scheint nun deutlich zu werden: sie nutzen die Klage als Hilfsmittel, um jene einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen, die ihnen gegenüber kritisch waren. Amway vertraut dabei auf seine vollen Taschen und auf die unverfrorene Hebelwirkung von politischem Einfluss gegenüber dem Wissen und den zugegebenermaßen begrenzten persönlichen Ressourcen einiger weniger Einzelpersonen.
Auf seiner öffentlichen Website [im 2. Absatz] verfolgt Amway erneut Schwartz und andere Amway- Kritiker. Es wird behauptet:
"Amway glaubt, dass sich die mit Vorladungen bedachten Personen an einer koordinierten Anti- Amway- Attacke beteiligten oder Teil derselben waren, die im Internet von P&G unterstützt wurde und dass diese wertvolle Beweise für P&G's Verbreitung aufrührerischer und falscher Informationen über Amway besitzen könnten. [Die Hervorhebung stammt vom Autor]
Schwartz blieb in privaten Gesprächen, auf seiner Website und bei den gerichtlichen Vernehmungen unter Eid standhaft bei seiner Aussage, dass P&G erstmals auf ihn zukam, lange nachdem seine Website ans Internet ging. Vor Zustellung der Vorladungen hatten weder Midget, Wilkes noch Hoagland irgendwelche Kontakte zu P&G. Verbreitet nun P&G "aufrührerische und unwahre Informationen über Amway", wie Amway dies in seinem Website- Statement behauptet? Ich weiß es nicht. Dies herauszufinden obliegt den Gerichten. Aber ich habe in den Websites gelesen, deren Eigentümer Vorladungen erhielten, ich habe über einen Zeitraum von mehr als 18 Monaten mit ihnen umfangreiche Emails ausgetauscht, und obwohl ihre Websites Informationen enthalten könnten, die Amway als "aufrührerisch" bezeichnet, sind diese Informationen keinesfalls verlogen.
"Amway zieht es vor, seinen Konkurrenten auf dem freien Markt gegenüberzutreten, unverhüllt. . ." Dennoch startete Amway eine Mission zur Knebelung aller seiner Kritiker innerhalb der eigenen Distributorenschaft. Anstatt eine Mitgliedschaft zu verlängern, wird nun von jedem Distributor gefordert, die Erklärung "Intent to Continue/Business Support Materials Arbitration Agreement" zu unterzeichnen, die darauf abzielt, dass jede Meinungsverschiedenheit zwischen Distributoren und ihrer Upline oder Amway der Verschwiegenheitspflicht unterliegt, die Amway in obigem Statement verdammt. Tatsächlich hat sich Amway doch auf diesen Kontrakt in dem großen und schädlichen Prozess Morrison et al v Amway et al in Texas berufen, trotz der Tatsache, dass Morrison diese Erklärung aktiv zurückgewiesen und viele andere am Verfahren beteiligte Parteien diese nie unterzeichnet hatten.
Ist es Amway niemals eingefallen, dass sein eigenes Verhalten und Geschäftsgebaren die Tür für diese Kritik öffnet? Selbst eine oberflächliche Überprüfung der zurückliegenden und aktuellen Prozesse, die von Distributoren gegen Amway und ihre Uplines angestrebt wurden, zeigt ein offensichtliches Verhaltensmuster an Ungehörigkeit, Irreführung, offenen Betruges und Ungesetzlichkeiten, verübt von den "großkalibrigen" Distributoren und ignoriert von der Amway Corporation. Amway Corporation selbst hat das höchste Bussgeld, das es jemals gab -- 45 Millionen Dollar -- an die Regierung Kanadas gezahlt wegen fortgesetzter Zollvergehen. Hätte Ken Starr einen Prozess gehabt, wenn sich Bill Clinton nicht unangemessen verhalten hätte? Genauso wenig hätten Amway's Kritiker -- mich eingeschlossen -- irgendeinen Grund, diese Websites weiterzubetreiben, wenn Amway seinen eigenen Augiasstall säubern würde und die Versuche einstellen würde, uns, den Kurieren, die Schuld zu geben?